Wir stellen das Projekt vor

Heimische Stadtwerke wollen sich an Windpark am Kreuzstein beteiligen

Die Stadtverordneten von Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen müssen in den kommenden Parlamentssitzungen entscheiden, ob sich ihre Städte im Rahmen der Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) an einem Windpark am Kreuzstein beteiligen wollen. Wir stellen vorab das Projekt vor.

Der Standort 

Der Windpark Kreuzstein soll im Forstgutsbetrieb Kaufunger Wald nordwestlich von Großalmerode entstehen. Hier sollen acht Windräder vom Typ Enercon E115 gebaut werden, die inklusive Rotor jeweils 206 Meter hoch sind. Jedes Windrad soll drei Megawatt Strom produzieren. Ein vorliegendes Windgutachten geht davon aus, dass an diesem Standort der Wind im Schnitt mit 6,8 Meter/Sekunde weht - nötig für eine Genehmigung wären 5,75 Meter/Sekunde. Nach Angaben von Witzenhausens Stadtwerkechef Thomas Meil hat sich die SUN das Areal mit einem Pachtvertrag gesichert. Solange der Vertrag besteht, darf dort niemand anderes einen Windpark bauen.

Die Beteiligten 

Die Stadtwerke Bad Sooden-Allendorf, Witzenhausen, Eschwege und Wolfhagen sowie die Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft Homberg und die Städtischen Werke Kassel wollen gemäß der Beschlussvorlagen für die Parlamentssitzungen das SUN-Konsortium Windpark Kreuzstein bilden, aus dem die Windpark Kreuzstein GmbH & Co. KG gegründet werden soll. Sie kümmert sich um Bau und Betrieb des Windparks. Eine neue Verwaltungs-GmbH soll die Geschäftsführung übernehmen - bei Bedarf auch für weitere Windparks. Langfristig ist geplant, dass sich Bürgerenergiegenossenschaften am Windpark beteiligen - das ist laut Meil aber erst nach Inbetriebnahme möglich.

Die Investition 

Die Stadtwerke Witzenhausen sollen sich laut aktueller Planung mit 15 Prozent an der Windpark-Gesellschaft beteiligen, die maximale Beteiligung liegt laut Stadtkämmerer Norbert Heinemann bei 2,059 Millionen Euro. Maximal dürfen bis zu 74,9 Prozent der Windpark-Anteile verkauft werden, dann läge die Witzenhäuser Mindesteinlage bei 516 000 Euro. Aber dass so viele Anteile verkauft werden, ist unwahrscheinlich.

Der Anteil der Badestädter Stadtwerke soll bei fünf Prozent liegen. Sie würden sich maximal mit 686 000 Euro beteiligen, die Mindesteinlage ist mit 172 000 Euro angesetzt.

Die Risiken 

Die Stadtparlamente aller sechs Beteiligten müssen den Plänen und der angestrebten Beteiligungshöhe zustimmen. Will ein Partner seinen Anteil verringern, müssten die anderen in die Bresche springen. Deshalb sehen die Beschlussvorlagen für diesen Fall auch eine maximale Beteiligung vor. Witzenhausen würde seinen Anteil nach derzeitiger Planung im Notfall auf 21 Prozent steigern, Bad Sooden-Allendorf auf acht Prozent.

„Der Steuerzahler muss sich nicht an den Kosten beteiligen“, versichert Heinemann. Die Beteiligung soll über Kassenkredite der Stadt finanziert werden, allerdings zahlen die Stadtwerke dann Zinsen und Tilgung - im besten Fall aus den Gewinnen, die der Windpark abwirft. Für den Stadthaushalt wäre das ganze Projekt dann kostenneutral, das wirtschaftliche Risiko liegt bei den Stadtwerken. Man rechne mit frühzeitigen Erträgen, Details nannte Meil nicht.

Der Zeitplan 

Die Parlamente müssen schnell zustimmen, damit noch im Herbst die Windpark-Gesellschaft gegründet werden kann. Das Genehmigungsverfahren für den Bau soll Anfang 2016 abgeschlossen sein, dann könnte man im Februar Flächen roden. Ende 2016 soll der Windpark ans Netz gehen.

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