Heinz Olbricht ist der älteste Mitarbeiter im Autohaus Heidenreich

Ans Aufhören denkt er nicht: Witzenhäuser arbeitet mit 86 immer noch

Zufrieden am Steuer: Seit 20 Jahren arbeitet Heinz Olbricht im Autohaus Heidenreich in Witzenhausen. Der Opel-Fan kümmert sich um die Autozulassung, Foto: Leissa

Witzenhausen. Mit 86 Jahren ist Heinz Olbricht der älteste Mitarbeiter des Autohauses Heidenreich. So lange die Gesundheit mitspielt, will er weitermachen.

„Die Autozulassung macht mir Spaß und hält mich fit“, sagt der 86-jährige Heinz Olbricht aus Witzenhausen, der seit 20 Jahren im Autohaus Heidenreich aushilft. Der Rentner denkt gar nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen: „Was sollte ich denn zu Hause tun?“, fragt Olbricht lachend. „Selbst meiner Frau ist es recht, wenn ich vormittags im Autohaus bin!“

Der Weg zum Autohaus war lang: Der gelernte Schneidermeister kam 1946 nach Witzenhausen und führte in den 50er Jahren ein Konfektionsgeschäft in der Kirschenstadt. „Zu unseren Kunden gehörte auch Phillip Weissmüller, der Großvater des heutigen Autohaus-Geschäftsführers Jörg Heidenreich“, erzählt Olbricht. Von ihm habe er damals auch sein erstes Auto gekauft. Sein Beruf habe ihm viel Spaß gemacht, doch 1969 musste er sein Geschäft aufgeben.

Es folgte eine Anstellung in einer Textilfirma in Immenhausen, wo Olbricht zehn Jahre lang als Betriebsleiter arbeitete. Anschließend stellte er bei einer Strickerei in Hessisch Lichtenau Damenkonfektion her. Sogar eine eigene Kollektion durfte er damals zusammenstellen. „Eines Tages wurde ich von der Chefin ins kalte Wasser geworfen und sollte Modeschnitte für Damenbekleidung machen. Ich hatte damals mehr Ahnung von Herrenbekleidung. Darum musste ich mir erst Lehrbücher kaufen und alles wieder büffeln, was ich mal gelernt hatte“, erzählt der Rentner.

Anfrage zum Aushelfen 

Der Weg zum Autohaus wurde durch einen Brand in der Strickfabrik geebnet. Zwar habe man die Fabrik wieder aufgebaut, aber Olbricht kehrte nicht zur Firma zurück. Das Autohaus Heidenreich wandte sich an Olbricht und fragte, ob er bei ihnen aushelfen wolle. „Damals wurden Opel-Fabrikate aus Rüsselsheim vom Autohaus aufgekauft. Ich holte die Fahrzeuge nach Witzenhausen“, erinnert sich der 86-Jährige. Aus dem Hilfsjob am Wochenende kam Olbricht zur Autozulassung. „Ich habe dort erst ausgeholfen, wenn mal wer krank wurde. Mittlerweile bin ich immer noch hier, und das mache ich noch so lange, wie es die Gesundheit zulässt“, meint Olbricht und klopft sich auf die Knie.

Seit zwei Jahren hat der ehemalige Ski-Fahrer neue Kniegelenke, daher ist es mit diesem Sport vorbei. Seine Leidenschaft für Autos ist ihm mit der Arbeit im Autohaus aber erhalten geblieben: Er liebe einfach das Autofahren, sagt der Opel-Fan.

Sein eigenes Fahrzeug sei wie er: Etwa 120 000 Kilometer habe der alte Opel schon runter, aber er fahre immer noch zuverlässig. „Meine Vorfahren sind fast alle um die 100 Jahre alt geworden“, sagt Olbricht. „Das bekomme ich sicher auch noch hin.“ Bis dahin kümmert er sich gerne weiter um die Zulassung neuer Fahrzeuge im Autohaus Heidenreich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.