Ein Herz für Kirchenmusik

Förderverein schenkt sich und Gemeinde ein Cembalo

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Stolz auf die Errungenschaft für die Liebfrauenkirche: Zu seinem zehnjährigen Bestehen hat der Förderverein für Kirchenmusik in Witzenhausen – hier vertreten durch (von rechts) Vorsitzende Christa Drobe, ihren Stellvertreter Norbert Ludolph sowie Kassiererin Ursula Bracht – ein gebrauchtes Cembalo gekauft und restaurieren lassen. Bezirkskantor Christopher Weik spielt schon darauf.

Witzenhausen. Zehn Jahre wirkt der Förderverein für Kirchenmusik in Witzenhausen mittlerweile, zum ersten runden Geburtstag macht er sich quasi selbst ein Geschenk: Ein gebrauchtes Sassmann-Cembalo wurde angeschafft und wird jetzt der evangelischen Kirchengemeinde geschenkt.

Kauf und Restaurierung konnte der Förderverein fast komplett selbst stemmen, aber eben nur fast. Deshalb ist die feierliche Übergabe des Cembalos am Sonntag, 27. September, ab 18 Uhr in der Liebfrauenkirche, bei dem das Instrument gleich zu hören ist, auch als Benefizkonzert deklariert. Ziel ist, den Rest der Finanzierung durch Spenden abdecken zu können.

Zur Verbesserung des Klanges war das Sassmann-Cembalo noch neu besaitet worden und erhielt eine Transponier-Einrichtung, damit in alter und neuer Stimmung musiziert werden kann. Und zum Schutz wurde auch noch eine Transportdecke maßgefertigt.

Das „neue“, zweimanualige Instrument ist für kammermusikalische Aufführungen der „Alten Musik“ unerlässlich und werde das Konzertleben in der Liebfrauenkirche bereichern, sind sich die Vorstandsmitglieder um Vorsitzende Christa Drobe sicher.

Idee von Norbert Ludolph 

Sie führt den Förderverein, der sich genau „Verein zur Förderung der evangelischen Kirchenmusik in Witzenhausen“ nennt, ins zweite Jahrzehnt. Drobe steht im zweiten Jahr an der Spitze, sie übernahm das Amt von Gründungsvorsitzendem Norbert Ludolph, der noch als ihr Stellvertreter sowie als Geschäftsführer fungiert.

Die Idee eines Fördervereins kam ihm 2004 bei einem Urlaub in Tönning in Nordfriesland, wo er in einer Kirche ein Schild „Förderverein“ entdeckte. Damals noch Mitglied im Witzenhäuser Kirchenvorstand und im Wissen, dass den Kirchengemeinden immer weniger Geld zur Verfügung steht, äußerte Ludolph die Idee dann erstmals bei einer Kantoreiprobe und setzte sie mit der Gründung des Vereins im Mai 2005 auch selbst um. Neun Gründungsmitglieder, eines davon ist Pfarrer Gerhard Hahn, brachten ihn dann auf den Weg - wobei es, wie Ludolph sich erinnert, nicht nur Freunde dieser Initiative gab.

Jedes Jahr 1000 Euro 

Bedarf an Geld allerdings schon: 15 Projekte - von Instrumenten für Flötenkreis und Posaunenchor über Notenkauf bis zu Schulungen für Jungbläser - wurden bislang gefördert, durchschnittlich 1000 Euro pro Jahr ausgegeben - das „neue“ Cembalo noch nicht eingerechnet. Wobei das Geld nicht nur durch die Beiträge der mittlerweile über 50 Mitglieder, sondern auch durch Spenden von Sponsoren zusammenkam.

Und als nächstes Förderprojekt ist bereits die große Orgel in der Liebfrauenkirche im Blick, deren Technik dringend verbessert werden müsste, wie Bezirkskantor Weik versichert. Und gegen eine kleine, tragbare Orgel hätte er auch nichts einzuwenden.

Barocke Triosonaten in der Liebfrauenkirche

Barocke Triosonaten sind beim Benefizkonzert zugunsten des neuen Cembalos am Sonntag, 27. September, in der Liebfrauenkirche zu hören. Es beginnt um 18 Uhr.

Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Händel, Franck, Brescianello und anderen Komponisten.

Es spielen Bezirkskantor Christopher Weik am Cembalo sowie Konzertmeister Hans-Henning Vater (Barock-Violine) und Solo-Oboist Martin Jelev (Barock-Oboe) vom Göttinger Barockorchester.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Nach dem Konzert wird noch auf zehn Jahre Förderverein für Kirchenmusik angestoßen.

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