Hier gibt es was umsonst: Witzenhäuser Laden nimmt Spenden für Bedürftige an

Engagieren sich im Umsonstladen: Clement Kpenou, (von links) Anais Reuter, Johannes Winter und Kim Wegener Foto: Metzler

Witzenhausen. In diesem Geschäft wird das Geben und Nehmen groß geschrieben: Jeder, der Gebrauchsgegenstände loswerden möchte, kann das im Witzenhäuser „UmSONNstladen" tun, und im Gegenzug etwas anderes mitnehmen.

Es besteht allerdings beiderseits kein Zwang.

Ob Kleidung, Bücher Küchenutensilien oder Elektrogeräte, all das findet garantiert neue Besitzer, denn der Laden in der Brückenstraße ist gut besucht. „Etwa 20 Gäste kommen am Tag vorbei“, erzählt Student Johannes Winter, der sich dort ehrenamtlich engagiert. Diese sind aus allen Gesellschaftsschichten. Auch Flüchtlinge, die einer Erstausstattung bedürfen, schauen sich hier um. „Der Laden bietet Raum, in dem die verschiedensten Menschen zusammenkommen können, ohne den Zwang zu konsumieren. Er ist ein Vorreiter in unserer schnellen Überflussgesellschaft“, sagt Winter stolz.

Das einzige, was in dem Laden nicht umsonst ist, ist die monatliche Miete von rund 300 Euro. Sie ist sowas wie „der Haken“, denn dadurch ist das Konzept auf regelmäßige Spenden angewiesen. „Ein wenig müssen wir noch die Werbetrommel für unsere Idee rühren und Dauerspender gewinnen“, erzählt Winter. „Hierzu veranstalten wir am 16. April eine nachträgliche Eröffnungsfeier mit leckerem Essen, Workshops und vielen Geschenken.“

Ins Leben gerufen wurde der Laden vor etwa einem Jahr von Hans Spinn in Kooperation mit Transition Town und vielen ehrenamtlichen Helfern. Zuerst wurde eine dreiwöchige Testphase im Witzenhäuser Tante Erma Laden durchgeführt. Diese verlief erfolgreich. Anschließend ging es auf die Suche nach einem passenden Lokal, das sich schnell nur einige Häuser weiter fand: „Die ersten drei Monate haben wir nur 50 Euro Miete bezahlt, dafür aber den Raum auf Vordermann gebracht, denn der Vormieter hatte ihn in einem schlechten Zustand hinterlassen“, sagt der 59-Jährige. Mittlerweile ist das Geschäft aufgeräumt und hat eine Struktur. Vorne hängt Kleidung, dahinter gibt es Schallplatten, Kassetten und CDs sowie eine Baby-Ecke. Besonders beeindruckend ist die große Auswahl an Büchern.

Zwei Stunden am Tag offen

Der Laden hat inzwischen, dank zehn ehrenamtlichen Helfern, die an der Uni in Witzenhausen studieren, feste Öffnungszeiten von rund zwei Stunden am Tag. Die Betreiber würden sich aber über Zuwachs freuen, um den Bedarf auch in den Semesterferien decken zu können.

Kontakt: info@u-la.de

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