Hilfs-Angebot der BI „Windkraftfreies Werratal“

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Gegen Windkraft: Auf dem Marktplatz in Witzenhausen hatten sich BI-Mitglieder versammelt, um Fabian von Berlepsch doch noch von seinem Vorhaben abzubringen.

Witzenhausen. Die Bürgerinitiative „Windkraftfreies Werratal" hat Fabian von Berlepsch ihre Unterstützung bei der Schloss-Sanierung angeboten.

Ihren Kampf für ein windkraftfreies Werratal hat die gleichnamige Bürgerinitiative (BI) mit der Baugenehmigung für fünf Windkraftanlagen bei Berlepsch eigentlich schon verloren. Dennoch lassen die Windkraftgegner nichts unversucht. Unter dem Motto „Bürger unterbreiten Adeligem ein moralisches Angebot“ überreichten sie am frühen Freitagabend dem Projektinitiator und Grundstückseigner Fabian von Berlepsch eine Liste mit den Unterschriften von 46 Frauen und Männern, die ihm konkrete Hilfe zum Erhalt seines Schlosses anbieten.

„Unsere juristischen Möglichkeiten sind nach der Baugenehmigung mehr als begrenzt, deshalb haben wir uns jetzt entschlossen, eine intern viel diskutierte Idee umzusetzen“, sagte BI-Sprecher Johann Brix. Auslöser dieser Idee sei die Argumentation der Familie Berlepsch, man brauche die Einnahmen aus dem Windkraft-Projekt für die Sanierung und Unterhaltung des Schlosses. „Dabei muss man sich allerdings schon fragen, wie es in den letzten 30 Jahren, als das Schloss nicht wirtschaftlich genutzt wurde, möglich war, es so zu erhalten, dass es zum schönsten Schloss Hessens gewählt wurde“, gab Brix zu bedenken. Die BI erkenne aber an, dass Fabian von Berlepsch mit guten Ideen einen Neuanfang zur wirtschaftlichen Nutzung des Schlosses gestartet hat.

Um seine kreativen Ideen und Bemühungen zum Fortbestand des Schlosses auch ohne die Pachteinnahmen aus dem Windkraftprojekt auf eine vernünftige wirtschaftliche Basis stellen zu können, bieten ihm die Unterzeichner der Liste nun kostenlos ihre Dienste an. „Wir sind überzeugt, dass Ihnen unsere Unterstützung, ob handwerklich, künstlerisch, kreativ, organisatorisch, technisch oder unternehmerisch mit all unserer unterschiedlichen Berufs- und Lebenserfahrung eine wichtige Stütze sein wird auf dem Weg zu einer erfolgreichen Vermarktung Ihres und unseres Schlosses“, sagte Brix. Das „Tor zum Mittelalter“ in Verbindung mit modernen Industrieanlagen dagegen sei mittelfristig kontraproduktiv. „Und vielleicht erreichen wir mit diesem Handeln auch wieder ein Stück Frieden in den Dörfern und können Risse kitten, die durch manche Nachbarschaft und sogar durch manche Familien geht“, so der BI-Sprecher.

Auch wenn Fabian von Berlepsch, dessen Anwesenheit von allen Beteiligten sehr gelobt wurde, keinerlei Zusagen machte, versprach er doch, die Liste zuhause „genauestens zu studieren“ und auf Nachhaltigkeit zu prüfen. „Es freut mich sehr, dass die BI unser Schloss und seine Funktion für die Region so sehr schätzt“, betonte von Berlepsch. Er bedankte sich für „dieses zweifellos moralische Angebot“ und dafür, einen solchen Beitrag zum Erhalt des Schlosses leisten zu wollen. Gleichzeitig lud er die BI-Mitglieder ein, einen Blick hinter die Kulissen von Schloss Berlepsch zu werfen.

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