Dem Wasser die Kraft nehmen

Hochwasserschutz: Witzenhausen und Großalmerode arbeiten zusammen

Begutachten die Pläne: In Höhe der Kläranlage in Trubenhausen soll die Gelster geteilt werden, wodurch dort, wo Bürgermeister Finn Thomsen (links) und Bürgermeister Daniel Herz stehen, eine Insel entsteht.
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Begutachten die Pläne: In Höhe der Kläranlage in Trubenhausen soll die Gelster geteilt werden, wodurch dort, wo Bürgermeister Finn Thomsen (links) und Bürgermeister Daniel Herz stehen, eine Insel entsteht.

Hochwasserschutz ist nach der Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auch in Großalmerode und Witzenhausen wieder in den Fokus gerückt. Die Sorge sei groß, sagt Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen, dass bei Starkregen auch die Gelster über das Ufer treten könnte.

Großalmerode/Witzenhausen – Nicht ganz unbegründet sei die Sorge, denn starker Bewuchs innerhalb des Bachlaufs könnte zum Problem werden. Jedoch nicht nur in der Stadt Großalmerode sowie den Dörfern Trubenhausen und Hundelshausen. Denn die Gelster fließt auch durch Witzenhausen, wo sie in die Werra mündet.

Die Stadt Großalmerode beschäftigt sich aber schon länger mit dem Thema Hochwasserschutz, betont der Rathauschef. Jetzt hat Finn Thomsen auch seinen Amtskollegen, Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz, mit ins Boot geholt. „Man muss das Rad nicht neu erfinden“ sagt Herz. Da es um die gleiche Problematik gehe, könne man durch eine Zusammenarbeit von Erfahrungen und bereits erarbeiteten Lösungsansätzen der Nachbarn profitieren.

Kürzlich trafen sich die beiden in Trubenhausen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Thomsen hatte bereits Lösungsvorschläge im Gepäck: Am wichtigsten sei es, über die Stadtgrenzen hinaus zu denken. Den natürlichen Flusslauf wiederherstellen und der Gelster so die Möglichkeit geben, sich gezielt auszubreiten, sei der erste konkrete Schritt.

Dafür sollen die Gewässer abgegangen und der Lauf der Gelster zusammen mit der Unteren- und Oberen Naturschutzbehörde begutachtet werden. Wo nötig, sollen Hindernisse aus dem Weg geräumt und Bewuchs entfernt werden. Dadurch und durch gezieltes Ausbaggern an kritischen Punkten soll das Gewässer verbreitert werden. „So wird die Fließgeschwindigkeit reduziert und dem Fluss ein Teil seiner Kraft genommen“, erklärt Daniel Herz. Da auch Privatgrundstück an den Fluss angrenzen, sollen möglichst bald auch die Eigentümern mit einbezogen werden, erste Gespräche mit dem Amt für Bodenmanagement habe es bereits gegeben, so Thomsen. Auch eine öffentliche Informationsveranstaltung sei geplant. Die meiste Arbeit soll vor den Ortseingängen und hinter den Ortsausgängen passieren: „Durch die Verbreiterungen des Flussbetts wird das Wasser vor den Ortsteilen gebremst, dahinter sollen ebenfalls breitere Stellen dafür sorgen, dass das Wasser abfließen kann“, erklärt Finn Thomsen. „Wenn der Fluss genug Platz hat, wird er sich selbst regulieren.“ Da auch die Brut- und Setzzeit bei den Arbeiten berücksichtigt werden müssten, seien diese nur zwischen Oktober und Februar möglich.

Alle nötigen Unterlagen, um Zuschüsse vom Land zu bekommen, habe die Stadt Großalmerode bereits im vergangenen Jahr eingereicht. Thomsen ist zuversichtlich, dass der positive Bescheid bald kommen wird und so bis zu 80 Prozent der geschätzten Kosten für die Maßnahme, in Höhe von rund 820 000 Euro übernommen werden.

Auch die Stadt Witzenhausen möchte von der Unterstützung des Landes profitieren, ist aber in der Planung noch nicht so weit wie Großalmerode, räumt Herz ein. (Wiebke Huck)

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