Intensivstation im Krankenhaus

Höchststand: Klinikum Werra-Meißner nimmt keine Erkrankten mehr aus anderen Kreisen auf

Leitet als Chefarzt der Inneren Medizin die Isolierstation in Witzenhausen: Marco Lubitz. Hier ist er an einem Beatmungsgerät auf der Intensivstation zu sehen.
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Leitet als Chefarzt der Inneren Medizin die Isolierstation in Witzenhausen: Marco Lubitz. Hier ist er an einem Beatmungsgerät auf der Intensivstation zu sehen.

Witzenhausen – Am Standort Witzenhausen des Klinikums Werra-Meißner wurden am gestrigen Mittwoch 29 Patienten mit einer gesicherten Coronavirusinfektion behandelt. Das ist ein neuer Höchststand.

Die 29 positiv getesteten Personen werden zeitgleich im Pandemiekrankenhaus des Werra-Meißner-Kreises versorgt. Während der ersten Coronavirus-Welle wurden maximal 24 Personen zeitgleich behandelt.

„Das ist ein trauriger Negativrekord“, sagt Marco Lubitz, der als Chefarzt der Inneren Medizin die Isolierstation in Witzenhausen leitet. Hinzu kommen laut Lubitz noch drei Patienten, die mittlerweile wieder negativ sind, aber unverändert Symptome aufzeigen. Außerdem sei zu erwarten, dass die Fallzahl angesichts der Ausbrüche in mehreren Pflege- und Seniorenheimen im Werra-Meißner-Kreis in den kommenden Tagen noch ansteige.

26 der 29 Coronavirus-Patienten werden auf der Normalstation behandelt, drei auf der Intensivstation samt Beatmung. Die drei Intensivpatienten kommen laut dem Klinikum Werra-Meißner aus anderen Landkreisen, in denen die Intensivkapazitäten bereits ausgeschöpft sind oder es waren. Das Intensivpatienten aus anderen Krankenhäusern übernommen werden, ist laut Marco Lubitz nun erst einmal nicht mehr möglich. „Wir bekommen jetzt noch einen Patienten aus Südhessen und dann ist vorerst Stopp für die Aufnahmen von auswärts“, sagt er. Das liege daran, dass auch die Zahlen der Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis mit Bedarf an einer Behandlung auf der Intentsivstation voraussichtlich steigen würden. „Das müssen wir beobachten“, so Lubitz.

Während der ersten Welle seien maximal vier Intensivpatienten zeitgleich behandelt worden, insgesamt stünden acht Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit in Witzenhausen bereit. Sechs weitere Betten könnten zu Intensivbetten umgerüstet werden – allerdings ohne die Möglichkeit der Beatmung. 40 Betten stehen laut dem Klinikum Werra-Meißner auf der Isolierstation 2 bereit. Sollte diese ausgeleistet sein, könnten noch weitere Kapazitäten geschaffen werden.

Nach wie vor werden alle gesicherten Covid-Fälle auf den Isolierstationen in Witzenhausen behandelt. In Eschwege gibt es eine Isoliereinheit für Verdachtsfälle, wo diese bis zum Eintreffen des Testergebnisses untergebracht werden.

Bis auf die Intensivstation läuft der Betrieb am Standort in Witzenhausen normal weiter, in Eschwege noch vollumfänglich. Somit werden auch Intensivpatienten aus Witzenhausen, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, in Eschwege versorgt. Wichtig sei laut dem Klinikum: Alle stationären Patienten oder solche, die ambulante Engriffe vornehmen lassen, werden auf Covid-19 getestet. Trotz der erschwerten Arbeitsbedingungen in Schutzmontur und der mentalen Belastung durch schwere Krankheitsverläufe auf der Intensivstation sei die Stimmung in der Belegschaft in Witzenhausen gut, berichtet Lubitz: „Die Abläufe auf unseren Isolierstationen haben sich eingespielt, der Zusammenhalt im Team stimmt.“ (Maurice Morth)

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