Hofgeismarer sammelt Autogramme der Kirschenköniginnen

Eifrige Sammler: Thaddäus Rippkat und Partnerin Anette Momberg haben seit 1991 jedes Jahr ein Autogramm der Kirschenkönigin in Witzenhausen bekommen. Foto: Weber

Witzenhausen. Thaddäus Rippkat ist Autogrammjäger. Statt auf Unterschriften bekannter Stars hat es der Hofgeismarer aber auf Autogramme von Hoheiten, wie der Kirschenkönigin, abgesehen.

Die Kirschblütenkönigin Stella Pravemann nahm sich die Zeit, auch noch eine kleine Blüte in das Album von Thaddäus Rippkat zu malen. Am Ende des Tages fehlte dem Sammler nur noch das wichtigste Autogramm der Kesperkirmes in Witzenhausen, das von Kirschenkönigin Ilona Kaufmann. Als sich die amtierende Königin dann mit ihrem Königshaus und ehemaligen Kirschenköniginnen und -prinzessinnen auf dem Marktplatz zur Autogrammstunde versammelte, war es so weit: Thaddäus Rippkat stand als einer der Ersten in der Schlange.

Jeder Mensch muss ein Hobby haben, dachte sich der Mann aus Hofgeismar. Warum also nicht die Autogramme von Königinnen sammeln? In Deutschland gibt es immerhin eine Menge Königinnen - auch wenn es keine echten Blaublüterinnen sind, so tragen sie doch immerhin für ein Jahr eine Krone als Symbolfigur. Und wenn dann in Blomberg etwa der Deutsche Königinnentag stattfindet, treffen sich sogar 250 der Hoheiten. Die Autogrammsammler sind immer mit dabei. Auch von ihnen gibt es eine Anzahl, die den Königinnen zu ihren Auftritten folgen.

Was ist die Faszination des Autogramme-Sammelns? Sicherlich steckt das Gen des Jägers und Sammlers in jedem Menschen. Aber es geht auch darum, dass Dinge an Wert gewinnen, wenn sie selten sind, jedenfalls an ideellem Wert. Das Autogramm bescheinigt dem Sammler, dass er die verehrte Person persönlich getroffen hat. „Bei den Königinnen ist es auch das Aussehen, was mir gut gefällt“, sagt Thaddäus Rippkat. „Sie tragen besonders schöne Kleider und eine Krone.“ Seit 1991 trägt er die signierten Bilder zusammen, besucht Witzenhausen jedes Jahr, um sich ein Autogramm der Kirschenkönigin zu holen.

Die Bilder klebt er dann fein säuberlich in ein Album ein. Seine Partnerin, sie beide sind schwerbehindert, ist immer mit dabei und unterstützt das Hobby. „Auf diese Weise kommen wir raus und sehen etwas von Deutschland“, sagt Anette Momberg. „In Witzenhausen etwa gibt es an diesem Tag viel zu erleben, denn wir schauen uns auch das Rahmenprogramm an.“

Gerade zu dieser Kesperkirmes hat sich der Besuch für den Autogrammsammler gelohnt. Gleich 50 Hoheiten gaben sich zum Jubiläum ein Stelldichein in der Kirschenstadt. Jetzt heißt es für Thaddäus Rippkat, die Autogrammkarten zu sortieren und in sein Album einzukleben.

Von Kristin Weber

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