Hohe Geldstrafen für Übergriff bei Erntefest Witzenhausen

Model der Justitia auf einem Tisch neben einem Holzhammer und Akten. Foto:  dpa

Eschwege / Witzenhausen. Zu hohen Geldstrafen hat das Amtsgericht Eschwege am Montag zwei 27 und 28 Jahre alte Männer wegen fremdenfeindlichen Beleidigungen verurteilt.

Die gefährliche Körperverletzung, die den beiden zudem zur Last gelegt wurde, stellte sich im Lauf der Verhandlung als versuchte Körperverletzung - allein durch den 28-Jährigen - heraus.

Richterin Kirsten Schmidt sah es als erwiesen an, dass die Männer aus dem Landkreis Göttingen im vergangenen Jahr auf dem Erntefest in Witzenhausen einen Nigerianer unter anderem als „Niggerschwein“ beschimpft hatten. Zudem sei der 28-Jährige zweimal auf den in Witzenhausen ansässigen Mann losgegangen. Dabei sei es zwar zu keinen Übergriffen gekommen - unter anderem, weil ein Polizist dazwischen gegangen war -, der 28-Jährige habe jedoch „billigend in Kauf genommen, den Zeugen zu verletzen“, sagte Schmidt in ihrer Urteilsbegründung.

Strafverschärfend kam hinzu, dass der Ältere drei, der Jüngere acht Eintragungen im Bundeszentralregister hat. Dem gegenüber stand eine verminderte Schuldfähigkeit, da beide erheblich alkoholisiert waren: Bei dem 28-Jährigen, der die Tat teilweise einräumte, war ein Atemalkohol von 2,28 Promille festgestellt worden. Schmidt verhängte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 45 Euro (6750 Euro). Verhältnismäßig höher fiel die Strafe gegen den Jüngeren aus, weil seine letzte Vorstrafe nur zwei Jahre zurückliegt: 60 Tagessätze à 35 Euro (2100 Euro).

Damit blieb die Richterin hinter der Forderung von Oberamtsanwalt Detlef Werner. Er hatte Haftstrafen von acht und fünf Monaten verlangt, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem hatte er gefordert, dass die Angeklagten 1500 und 1000 Euro an die Staatskasse zahlen und einen Wohnortwechsel bei Gericht stets anzugeben haben. Die Verteidiger hatten eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen beziehungsweise Freispruch gefordert. 

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