Wenig Feuchtigkeit in den Bäumen

Holzernte bei Minusgraden im Revier Wendershausen

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Hat die Motorsäge fest im Griff: Forstunternehmer Guido Lehmann fällt die Laubbäume, die Förster Gerhard Scholz im Revier Wendershausen sorgfältig ausgewählt hat.

Wendershausen. Die Holzernte im Winter ist fester Bestandteil der jährlich anfallenden Aufgaben in Wendershausen. Von morgens bis abends arbeiten Forstunternehmer in der Kälte.

„Achtung!", ruft Forstunternehmer Guido Lehmann laut und deutlich. Die Motorsäge dröhnt, der dicke Stamm beginnt zu knacken und fällt auf den Waldboden.

Die winterliche Holzernte in Wendershausen ist fester Bestandteil der jährlich anfallenden Aufgaben in einem der zwölf Forstreviere von Hessisch Lichtenau. Bei knackigen Temperaturen stapfen Waldarbeiter von morgens bis abends durch den Schnee und sorgen für optimale Lebensbedingungen der sogenannten Z-Bäume (Zukunfts-Bäume). „Ziel einer jeden Aufforstung ist es, einer möglichst breiten Mischung von gesunden und seltenen Baumarten die ideale Chance zum Überleben zu bieten.“, hebt Förster Gerhard Scholz hervor. Im Flachsbachtal am Fuß des Habichtssteins herrschen je nach Gebiet unterschiedliche Bodenverhältnisse, die sich auf das Wachstum der Laub- und Nadelbäume auswirken. Buntsandsteinboden beispielsweise enthalte zahlreiche wichtige Nährstoffe.

Im Winter gilt es, die Laubwälder aufzuforsten. Zur kalten Jahreszeit sei das Holz am saftärmsten. Das heißt, dass sich wenig Feuchtigkeit in den Stämmen befindet, was die gelagerten Bäume beispielsweise vor Pilzbefall schütze. Außerdem störe man in den Wintermonaten am wenigsten die Haselmäuse, Vögel, Siebenschläfer oder andere Tierarten, die im Frühsommer in den Baumhöhlen ihren Nachwuchs großziehen wollen. „Auch der Rückewagen kommt auf festgefrorenem Untergrund viel besser in den Wald als bei mildem Regenwetter“, betont der 59-jährige Förster. Die Waldarbeiter selbst müssen sich nach dem Zwiebelprinzip kleiden, um den frostigen Temperaturen zu trotzen. Auch Warnfarben in der Kleidung seien notwendig, denn die Forstarbeit zähle immer noch zu den gefährlichsten Berufen. Während der Arbeit bleiben die Forstunternehmer daher stets im Gespräch miteinander.

Ist für die Baumbestandspflege zuständig: Förster Gerhard Scholz versieht die durchgesägten Laubbäume mit Nummern.

Wenn ein ausgewählter Baum gefällt werden soll, muss dieser zunächst freigeschnitten werden. Anschließend sägen Forstunternehmer Lehmann und seine Kollegen einen Fallkerb in den Stamm, mit dem man dessen Fallrichtung exakt bestimmen kann. Letztlich werden die Stämme dann auf eine bestimmte Länge geschnitten und vom Rückewagen an den Wegesrand gezogen. Dem Laubholzeinschlag folgt die sogenannte Aushaltung durch Scholz. Hierbei werden die Holzqualität bestimmt und die Bäume ihrer Verwendung entsprechend markiert. Was die Waldarbeiter im Winter ausführen, muss Scholz im Frühjahr vorbereiten: „Wenn die Bäume belaubt sind und im Saft stehen, kann man deutlicher erkennen, wie es um ihre Vitalität bestellt ist.“ So könne man sich die besten Bäume aussuchen und den Bestand nachhaltig sichern.

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