Hospizdienst feiert Geburtstag: Seit 15 Jahren gegen das Alleinsein

Feierten das 15-jährige Bestehen des Hospizdienstes: Ilona Rohde-Erfurth (von links), Marianne Magerkurth, Mechthild Joch-Inkermann, Petra Sliva, Annette Graser, Martina Schmidt, Gerhard Hahn, Lothar Hellwig und Angela Fischer. Foto: Cortis

Witzenhausen. Menschen in der letzten Phase ihres Lebens zu begleiten, sei eine schwierige Aufgabe. Noch immer werde der Tod vielfach tabuisiert. Aber auch weil die mobile Arbeitsgesellschaft Familien immer mehr auseinander reiße, könnten Angehörige mitunter Sterbenden nicht den Beistand leisten, den sie verdienten.

Dieser Herausforderung stelle sich der Hospizdienst mit seinem ehrenamtlichen Engagement.

Dabei stehe er gegen Angst und das Alleinsein. Das sagte Pfarrer Gerhard Hahn, neben Marianne Magerkurth und Martina Schmidt einer der drei gleichberechtigten Vorsitzenden des Hospizdienstes Witzenhausen/Neu-Eichenberg, der am Donnerstagabend im Capitol-Kino in Witzenhausen sein 15-jähriges Bestehen feierte.

Mancher Außenstehende frage sich, wie man es überhaupt aushalten könne, anderen Menschen im Angesicht ihres nahen Ablebens die Hand zu reichen. Für sich selbst antwortete der Seelsorger: „Weil ich ziemlich sicher weiß, dass der Tod nicht das Letzte ist, sondern der Durchgang zu etwas Neuem.“

Auch im Namen ihrer Amtskollegin aus Neu-Eichenberg, Ilona Rohde-Erfurth, stellte Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer fest, das Sterben sei etwas ganz Intimes. Diesen Augenblick zu teilen, bedürfe es großen Vertrauens auf beiden Seiten.

Kreisbeigeordneter Lothar Hellwig dankte für praktizierte Lebenshilfe. Die ehrenamtliche Arbeit des Hospizdienstes verdiene Hochachtung.

Gegründet worden war der Hospizdienst auf Initiative von Christine Kluge, die vor drei Jahren von Annette Graser als Koordinatorin abgelöst wurde. Der Verein, der sein Domizil in der Carl-Ludwig-Straße 20 in Witzenhausen hat, zählt aktuell 68 Mitglieder, darunter 25 Aktive. Dem Vorstand gehören als Schriftführerin Mechthild Joch-Inkermann und Petra Sliva an, die für die Finanzen zuständig ist. Die Feierstunde mit Imbiss und späterer Filmvorführung wurde am Klavier musikalisch umrahmt von Bezirkskantor Christopher Weik, der sich nicht nur in der Kirchenmusik auskennt. Er intonierte unter anderem das Stimmungslied: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder...“ und dürfte sich ganz sicher etwas dabei gedacht haben. (zcc)

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