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Hunde-Urin sorgt für Korrosion – Witzenhausen sorgt mit Manschetten vor

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Von: Konstantin Mennecke, Theresa Lippe, Kira Müller

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Ein kurzer Moment, der sehr kostspielig werden kann: Hunde-Urin sorgt für Schäden, die bei neueren Laternenmasten durch Kunststoff-Manschetten verhindert werden sollen.
Ein kurzer Moment, der sehr kostspielig werden kann: Hunde-Urin sorgt für Schäden, die bei neueren Laternenmasten durch Kunststoff-Manschetten verhindert werden sollen. © Foto: Ole Spata/dpa

Hunde-Urin lässt die Standsicherheit von Straßenlaternen ins Wanken geraten. Die Nordrhein-Westfälische Stadt Viersen muss nach aktuellen Informationen über 100 Laternenmasten austauschen. Der aggressive Urin ist aber nicht nur im Nachbarbundesland ein Problem, wie Recherchen unserer Zeitung zeigen.

Werra-Meißner – Das grundsätzliche Problem: Hunde, die an Straßenlaternen ihr Bein heben, setzen einen Prozess in Gang. Der Urin reagiert mit dem Aluminium, Salz verstärkt diesen Effekt in den Wintermonaten. Es kommt zur Korrosion, die final sogar die Standfestigkeit der Masten beeinflussen kann. In Viersen war eine Laterne in Folge eines Sturms umgestürzt und das Problem so bekannt geworden.

So weit ist es in Nordhessen und Südniedersachsen zwar noch nicht – die Problematik aber durchaus bekannt. In Wehretal ist „die Korrosion an einigen Laternenmasten an der Thüringer Straße durchaus erkennbar“, sagt Bürgermeister Timo Friedrich. Die Schäden seien hier aber für ein Abknicken und somit als eine mögliche Gefährdung von Passanten zu gering.

In Witzenhausen habe man die Situation ebenfalls im Blick, aber man habe entsprechend vorgesorgt. „An fast allen Laternenmasten der Stadt Witzenhausen ist an den unteren circa 30 Zentimetern des Mastes eine Kunststoffeinfassung als Schutz vorhanden“, erklärt Lars Oettling aus dem Fachdienst Tiefbau. „Des Weiteren wird in regelmäßigen Abständen eine Standsicherheitsprüfung der Straßenbeleuchtungsmasten durch die Stadtwerke Witzenhausen durchgeführt“, betont Oettling.

In der Gemeinde Staufenberg in Südniedersachsen ist das Problem noch umfassender. Laut Stefan Müller vom Gemeindeservice sind nicht nur Straßenlaternen, sondern auch andere Masten, wie bei Verkehrszeichen, von den Spuren des Urins betroffen.

Für die Stadt Viersen wird die problematische Standsicherheit jetzt zu einer noch größeren Herausforderung. Neue Laternenmasten, diesmal in deutlich widerstandsfähigerer Variante aus Stahl, sollen beschafft werden. Lieferengpässe lassen momentan aber völlig offen, wann das passieren wird. Bis dahin sind die betroffenen Masten auf 1,30 Metern Höhe abgesägt und die Überreste mit Klebeband abgesichert. (Kira Müller, Theresa Lippe und Konstantin Mennecke)

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