Sie bringt Schwung in Kirche

Ida Gebhardt spielt in Ziegenhagen seit 50 Jahren die Orgel

Stolzes Jubiläum: Ida Gebhardt spielt in Ziegenhagen seit 50 Jahren die Orgel. 
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Stolzes Jubiläum: Ida Gebhardt spielt in Ziegenhagen seit 50 Jahren die Orgel. 

Ida Gebhardt ist seit 50 Jahren als Organistin in der evangelischen Kirchengemeinde in Ziegenhagen bei Witzenhausen aktiv. 

Als Ida Gebhardt im Sommer 1970 zum ersten Mal einen Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde in Ziegenhagen musikalisch an der Orgel begleitete, da hätte wohl niemand gedacht, dass sie das 50 Jahre später immer noch tun würde – sie selbst am allerwenigsten. Am Pfingstsonntag wurde sie nun für dieses stolze Jubiläum gebührend geehrt.

„Eigentlich habe ich damals nur ausgeholfen“, erinnert sich Ida Gebhardt zurück. Einige Monate zuvor hatte sie dem damaligen Pastor im Rahmen der Taufe ihres Sohnes in einem lockeren Gespräch erzählt, dass sie Klavier und Orgel spielen würde. „Wenig später rief er mich dann an und fragte mich, ob ich für seinen erkrankten Organisten einspringen könnte“, sagt die inzwischen 79-Jährige. „Und von da an habe ich dann jeden Sonntag die Kirchenorgel gespielt.“

In Roßbach geboren, erhielt Ida Gebhardt schon im Alter von acht Jahren Klavierunterricht. „Auf meinen eigenen Wunsch“, wie sie betont. Nach ihrer Konfirmandenzeit, während der sie in Witzenhausen Orgelunterricht erhielt, verbrachte sie drei Monate auf der Kirchenmusikschule in Schlüchtern, wo sie ihre Fähigkeiten beim Spielen des Instruments weiter vertiefte.

„Als Jugendliche habe ich dann bei Gottesdiensten in Roßbach und Ellingerode gespielt, was mir schon damals viel Spaß machte“, sagt Gebhardt. Mit ihrer Hochzeit und der Geburt ihrer ersten beiden Kinder war dann aber erst mal Schluss mit der Kirchenmusik.

„Erst als wir dann 1968 nach Ziegenhagen gezogen waren, zwei Jahre später unser drittes Kind geboren wurde und bei dessen Taufe der Pfarrer auf mich aufmerksam wurde, habe ich wieder damit angefangen“, sagt Gebhardt. 1975 übernahm sie auch das Amt der Kirchenorganistin in Blickershausen und 2003 das in Hubenrode. „Außerdem spiele ich bei Trauerfeiern sowie regelmäßig auch bei der Awo und im Altenhilfezentrum Haus Salem in Witzenhausen“, sagt die 79-Jährige.

„Ida Gebhardt ist eine echte Bereicherung für unsere Gemeinde“, lobt Ziegenhagens Pfarrerin Heike Horstmeyer-Fehling. „Sie ist nicht nur unglaublich zuverlässig, sondern bringt mit ihrem flotten Spiel auch richtig Schwung in die Gottesdienste“, sagt die Pfarrerin, die ihre Organistin beim ersten Gottesdienst nach der Corona-Sperre mit einem großen Blumenstrauß überraschte.

Ob sie sich eher als Musikerin oder als Christin sehe, könne Ida Gebhardt nicht sagen. „Das gehört einfach zusammen“, meint die 79-Jährige.

Die Orgel sei für sie allein schon deshalb „ein so tolles Instrument“, weil man damit vierstimmig spielen könne. „Und solange mir der liebe Gott die Kraft dafür gibt, werde ich auch noch weiterspielen“, verspricht sie.

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