Sie will Bürgermeisterin von Witzenhausen bleiben

Ihre Neugier ist noch groß: Angela Fischer kandidiert für dritte Amtszeit

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Wachsendes Wohngebiet statt wogender Felder: Bürgermeisterin Angela Fischer tat sich schwer, ihren Lieblingsort in Witzenhausen fürs Foto zu benennen. „Für mich ist hier kein Ort ohne Geschichte“, sagt sie – und bat schließlich um ein Foto in Gertenbach, vor dem Neubaugebiet Epberg II. Hier können sich junge Familien in Einfamilienhäusern ebenso ansiedeln wie Senioren in barrierefreien Wohnungen. „Diese Vielfalt macht für mich Witzenhausen aus“, sagt Fischer.

Witzenhausen. Fünf Kandidaten wollen Bürgermeister von Witzenhausen werden - wir stellen die Bewerber vor. Heute: Amtsinhaberin Angela Fischer tritt an, um angefangene Dinge zu Ende zu bringen.

Wenn eine Angela mit Anfang 60 für die CDU bei einer Wahl ihr Amt verteidigen will, das sie seit vielen Jahren innehat, liegen die Vergleiche mit Angela Merkel nahe. „Das war schon vor zwölf Jahren so“, lacht Angela Fischer.Die 60-Jährige bewirbt sich nach zwei Amtszeiten erneut um den Chefsessel im Witzenhäuser Rathaus.

Nach dieser langen Zeit nimmt sie Vergleiche mit der Bundeskanzlerin ebenso gelassen wie Kommentare zu ihrem Äußeren. „Die Menschen achten einfach darauf, was ich trage und wie ich aussehe. Das kann ich nicht ändern“, sagt Fischer. Sie macht einfach ihren Job: sachlich, ruhig und selbstbewusst. Am Rednerpult vertritt sie ihre Standpunkte energisch und gut vorbereitet, greift aber auch vermittelnd in Debatten ein, wenn die Meinungen auseinandergehen.

Persönliche Angriffe wie in ihrer ersten Amtszeit gibt es kaum mehr – „die Zusammenarbeit ist vertrauensvoller und sachlicher geworden“, sagt Fischer. „Das freut mich sehr.“ Als Bürgermeisterin habe sie viel lernen müssen: Nicht nur auf die lauten Kritiker hören, sondern auch auf die leisen Bürger achten, die Menschen früh einbeziehen. Und: „An vielen Themen muss man lange arbeiten und durchhalten, vor allem wenn viele Akteure beteiligt sind“, sagt Fischer mit Blick auf die ausstehende zweite Werrabrücke.

Eigentlich hätte sie, die die Stadt in den Sparzwang des Schutzschirms hinein- und wieder hinausgeführt hat, sich nun mit einem Erfolg zurückziehen können. Doch Fischer sagt: „Ich möchte das gerne zu Ende bringen.“ Amtsmüdigkeit nach zwölf Jahren als Bürgermeisterin? Mangel an Ideen? Gibt es bei ihr nicht, sagt Fischer. „Natürlich ist es leicht, mit frischen Ideen von Außen zu kommen.“ Doch die Stadt von innen gut zu kennen, habe auch Vorteile: Sie trifft viele Menschen, hört von Problemen, Wünschen und Ideen – und kann sie zusammenbringen, wie etwa beim Parkdeck Wickfeldtstraße. Die Stadt musste das marode Gebäude abreißen, hatte aber kein Geld für einen Neubau. Fischer hatte von der Suche des DRK nach Parkplätzen fürs Seniorenzentrum gehört – dank des DRK gibt es nun eine öffentliche Parkfläche.

Auf die Frage, ob sie für ihr nunmehr drittes Vorstellungsporträt als Bürgermeisterkandidatin etwas Neues über sich verraten könne, lächelt Fischer: „Ich lebe doch so öffentlich.“ Ob Kaninchenzüchter oder Feuerwehr, politische Gremien oder Ehrungen – als Bürgermeisterin kommt sie rum, sie kennt viele Bürger mit Namen. Überall im Stadtgebiet wird sie gegrüßt und angesprochen. Nervt das nicht? „Ich empfinde das nicht als harte Arbeit, der Kontakt mit Menschen macht mir Freude.“ Ihre Neugier auf die Witzenhäuser Vielfalt sei noch nicht gestillt. Dass sie sich genug Zeit für ihr Privatleben nimmt, dafür sorgen ihre Töchter und ihr Enkel.

Und wenn die Wähler einen neuen Bürgermeister wollen? „Dann sehe ich weiter“, sagt Fischer. Engagieren will sie sich auf jeden Fall – in Witzenhausen: „Ich bin aus dem Emsland, aber Witzenhausen ist schnell für mich zur Heimat geworden.“

Einen persönlichen Fragebogen, mit dem wir Angela Fischer auf den Zahn gefühlt haben, sowie einen ausführlichen Lebenslauf lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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