Kleiner Ort, große Herzen

Aus Bad Sooden-Allendorf zu den Flutopfern - große Hilfsaktion startete

Beteiligte an der Aktion stehen vor dem beladenen Anhänger
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Hilfsgüter bis unters Dach: Beteiligte an der Aktion vor dem beladenen Anhänger, die von Jennifer Beier (Sechste von rechts) angestoßen wurde.

Im Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Hilgershausen hat sich am Sonntag ein Konvoi aus Fahrzeugen und Anhängern in Bewegung gesetzt - mit Hilfsgütern für die Opfer der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen.

Hilgershausen – Ins Leben gerufen hatte diese beispielhafte Aktion die 34-jährige Jennifer Beier, die just an diesem Wochenende mit ihrem Mann Mario (33) Entspannung im eigenen Ferienhaus in Hilgershausen suchte.

Von ruhigen Tagen in frischer Landluft konnte aber keine Rede sein für den Lageristen und seine Frau, die im nordrhein-westfälischen Krefeld zu Hause ist und als Kauffrau in einem Chemieunternehmen arbeitet.

Von der Lebensgefährtin ihres Patenonkels in Krefeld hatte Jennifer Beier einen Anruf erhalten, ob sie nicht auch einige Dinge spenden könnte für die so schwer von der Flut getroffenen Landsleute. In den sozialen Medien verbreitete die 34-Jährige den Hilferuf und trat damit eine Lawine los.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft erfasste die Menschen in Hilgershausen und den umliegenden Ortschaften. Die enge Ortsdurchfahrt der Flachsbachstraße war am Sonntagvormittag zugeparkt von Autos, die sozusagen säckeweise Hilfsgüter in Kartons und Tragetaschen ankarrten: Geschirr, Decken, Hygieneartikel, Tierfutter, Getränke, Pfannen, Frischhaltebehälter und viele andere nützliche Dinge mehr.

Um kurz vor 12 Uhr startete der Konvoi, um die Spenden über 280 Kilometer zu einem Sammellager nach Kaarst in der Nähe von Düsseldorf zu transportieren.

Jeweils doppelt besetzt waren die Fahrzeuge von Mark Rothe und Frank Hix – er hatte auch Sohn Maximus (8) dabei –, ferner Christian Simon (Bad Sooden-Allendorf) und Stefan Dietrich (Meißner-Weidenhausen) sowie Axel Gottsleben (Bad Sooden-Allendorf) und Elena Leidenfrost (Rotenburg), deren Mann als Angehöriger des Technischen Hilfswerkes gerade im Krisengebiet eingesetzt ist. Mit voll bepacktem Fond und Kofferraum folgten Mario und Jennifer Beier, die heute wieder an ihrem Arbeitsplatz in Krefeld auf der Matte stehen mussten.

Die beiden hatten sich vor vier Jahren in einem Tanzlokal in Bad Sooden-Allendorf kennengelernt, als Mario noch in Hilgershausen wohnte und Jennifer gerade zu einer Reha in Sooden war. Es folgte der gemeinsame Umzug nach Krefeld, ehe vor drei Jahren das Feriendomizil in Hilgershausen gekauft wurde. Der Ortsvorsteher des Stadtteils, Adolf Knierim, ließ es sich nicht nehmen, allen Beteiligten an der spontanen Hilfsaktion zu danken. (zcc)

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