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Im Werra-Meißner-Kreis leben überdurchschnittlich viele herzkranke Menschen

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Von: Wiebke Huck

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Das Symbol-Foto zeigt das Modell von einem menschlichen Herz.
Das Symbol-Foto zeigt das Modell von einem menschlichen Herz. © Susannah V. Vergau/dpa

Menschen im Werra-Meißner-Kreis sind besonders häufig von koronaren Herzkrankheiten betroffen.

Werra-Meißner – Laut des aktuellen Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der Allgemeine Ortskrankenkasse AOK leiden im Kreis 10,3 Prozent der Gesamtbevölkerung ab einem Alter von 30 Jahren unter einer Verengung der Arterien. Sie versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff. Der Hessenschnitt liegt hingegen bei 7,5 Prozent. Das Risiko an einer Verengung der Herzkranzgefäße zu erkranken, steigt laut Dr. Klaudia Ress, Sprecherin des Ärztebündnisses Werra-Meißner, durch hohen Blutdruck, hohes Cholesterin, Diabetes, Rauchen, Stress und Übergewicht. „Bei der Prävention müssen diese Risikofaktoren minimiert werden“, so die Ärztin. „Die Krankheit ist nicht heilbar, sondern nur durch Lebensstiländerung und Medikamente beherrschbar“, so Klaudia Ress weiter.

Ob die Menschen im Landkreis wirklich häufiger betroffen sind, ist für die Ärztin fraglich. Vielmehr sieht sie durch die gute ärztliche Versorgung vor Ort eine höhere Quote erkannter Krankheiten. „Wenn mehr untersucht wird, wird auch mehr gefunden“. Dem stimmt Dr. Peter Schott, Chefarzt der Kardiologie im Klinikum Werra Meißner, zu. „Wir sind im Bundesdurchschnitt einer der Landkreise mit dem höchsten durchschnittlichen Lebensalter“, so Schott. Da das Risiko, zu erkranken, mit dem Alter steigt, sieht er darin schon die Erklärung der überdurchschnittlich hohen Zahl und findet die Bestätigung im Klinikalltag: „Wir behandeln heute deutlich mehr über 80-jährige Patienten als noch vor zehn Jahren.“

Männer seien aktuell häufiger von der Krankheit betroffen als Frauen, weil unter ihnen mehr Raucher zu finden sind und sie einen genetischen Nachteil hätten. Bei Frauen mit einer Herzerkrankung sei allerdings die Prognose deutlich ungünstiger als bei Männern. Außerdem würden in der jüngeren Altersgruppe mittlerweile immer mehr Frauen rauchen, sodass man künftig mit mehr betroffenen Frauen rechnen müsse.

„Die Folge einer koronaren Herzkrankheit können Herzinfarkte und Herzschwäche sein, daraus resultieren eine eingeschränkte Lebensqualität und letztlich eine verkürzte Lebenserwartung“, so Dr. Peter Schott weiter. Darum würde es nur helfen, die Risikofaktoren konsequent ernstzunehmen und zu bekämpfen. Das habe durch eine gesündere Lebensweise jeder selbst in der Hand.

Bewegung und gesunde Ernährung helfen

Am zweithäufigsten von koronaren Herzkrankheiten betroffen sind die Menschen laut AOK im Kreis Hersfeld-Rotenburg (10,2 Prozent), gefolgt vom Vogelsbergkreis (9,8 Prozent). Die Stadt Frankfurt weist dagegen den niedrigsten Wert auf (5,7 Prozent). Dr. Peter Schott rät als Prävention zu ausreichend Bewegung, mindestens drei Mal pro Woche 30 Minuten Sport, den Blutdruck gut einstellen, zur Gewichtsoptimierung, gesunder Ernährung und vor allem nicht zu rauchen. (hbk)

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