Lehrpfad der Braugerstengemeinschaft Werra-Meißner und der Klosterbrauerei Eschwege

In Blickerhausen kann man einem wichtigen Bierbestandteil auf die Spur kommen

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Landwir t Philip Faust (von links) , Frederik und Ferdinand sowie Gerhard Best präsentieren die Infotafeln des Lehrpfads bei Blickershausen.

Den Weg von der Sommergerste bis zum Braumalz kann man nun auf einem Lehrpfad nahe dem Witzenhäuser Stadtteil Blickershausen verfolgen. Und das direkt auf einem Gerstenfeld.

Errichtet wurde der Pfad in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes von Landwirt Gerhard Best aus Blickershausen und besteht aus fünf Infotafeln. Sie beschreiben die Produktionsschritte, die die Gerste vom Feld bis zum fertigen Bier durchläuft und werden von der Eschweger Klosterbrauerei zur Verfügung gestellt. 

Wie aus der Pressemitteilung der Brauerei hervorgeht, feiert die Braugerstengemeinschaft Werra-Meißner-Land dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Die regionale Anbaugemeinschaft besteht aus 17 Braugerstenanbauern und liefert ausschließlich an die Eschweger Klosterbrauerei. 

Einer von ihnen ist Gerhard Best. Er erklärt: „Der Pfad soll Besuchern und Interessierten den Weg der Gerste vorstellen. Er ist auf einem meiner vier Gerstenfelder installiert und gut vom Radweg aus zu sehen.“ 

Der Landwirt betont: „Hier erlebt man die Informationen zur Gerste im bestmöglichen Kontext, nämlich einem Gerstenfeld.“ Das Wissen um den für das Bier notwendigen Grundstoff solle einem nicht nur das fertige Produkt an sich, sondern auch die Pflanze, die Brautradition und die regionale Herkunft nahebringen. Der Blickershäuser erntet um die 40 Tonnen Sommergerste im Jahr, das entspricht etwa dem Gewicht sieben ausgewachsener Elefanten. Trotzdem stellen die vier Gerstenfelder nur circa zehn Prozent seines Ackerlands dar. 

Die Kooperation zwischen der Braugerstengemeinschaft Werra-Meißner-Land und der Eschweger Klosterbrauerei habe laut Best mehrere Vorteile. Zum einen wisse er, dass er einen verbindlichen Abnehmer für die Gerste habe, zum anderen bekäme die Brauerei hochwertige und regionale Zutaten. Der Endverbraucher wiederum erhalte ein Produkt aus der eigenen Region und unterstütze die örtliche Wirtschaft. 

Auch der Natur käme der Anbau der Gerste zugute – er sei besonders umweltschonend, bedürfe wenig Düngemittel und halte die Landschaft bunter, ergänzt Philip Faust, ebenfalls einer der Gerstenanbauer. 

Auf den Infotafeln erfährt der Besucher, dass Malz, Hopfen, Wasser und Hefe die Grundlage für das Bierbrauen bilden. Malz werde gewonnen, indem Gerste durch natürliches Keimen, Trocknen und Schroten weiterverarbeitet wird. Das mache die Farbe und einen Teil des Aromas des Bieres aus. 

Der Lehrpfad ist auf dem Radweg zwischen Witzenhausen und Blickershausen auf der Höhe des Sportplatzes zu finden und bleibt bis zur Ernte der Sommergerste zwischen Ende Juli und Anfang August bestehen.

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