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In Kleinalmerode feiern heute Ingrid und Achim Hey Diamantene Hochzeit

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Von: Christoph Cortis

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Festlich gekleidet am Tag ihrer Hochzeit.
Festlich gekleidet am Tag ihrer Hochzeit. © Cortis, Christoph

Sie sind in jeder Lebenslage füreinander da. Diese bedingungslose Verlässlichkeit ist die Grundlage für eine glückliche Ehe, welche in Kleinalmerode Ingrid und Achim Hey seit nunmehr 60 Jahren führen.

Kleinalmerode – Im Witzenhäuser Stadtteil feiern sie heute ihre Diamantene Hochzeit. Man glaubt es ihr kaum, dass Ingrid, geborene Zeuner, schon 80 Mal den Frühling hat kommen und gehen gesehen. Die waschechte Kleinalmeröderin, die noch eine zwei Jahre jüngere Schwester hat, arbeitete 24 Jahre lang im Haus Salem am Johannisberg in Witzenhausen, zunächst in der Hauswirtschaft, dann in der Altenpflege.

Kennen- und dann auch lieben gelernt hat sie den Achim schon vor 64 Jahren. Auf der Hochzeit ihrer Cousine begegneten sie sich, und bei beiden schlug der Blitz ein. Sicher, auch davor war man sich hin und wieder über den Weg gelaufen, ohne dass ihre Herzen füreinander entflammten. Er wohnte am einen, sie am anderen Ende Dorfes.

Vier Jahre älter als seine Angetraute, die gern Gymnastik betrieben und lange Zeit ihre Stimme dem Kirchenchor geliehen hat, ist Achim Hey. Im Kreis Gießen zur Welt gekommen, ist er schon als Säugling nach Kleinalmerode „ausgewandert“, woher seine Mutter stammt. Der Vater verdingte sich in Witzenhausen als Meister in der Zigarrenproduktion, ehe er ein Jahr vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu den Waffen gerufen wurde. Im Alter von nur 38 Jahren starb er in russischer Gefangenschaft. Da war Achim gerade mal sechs Jahre jung, und seine Schwester lag noch in den Windeln. Eine schwere Zeit für die Mutter, die ihren Nachwuchs allein durchbringen musste.

Singen ist ihr beider Hobby

Mit 14 Jahren erlernte Achim Hey den Beruf des Maschinenschlossers, arbeitete erst in Lohfelden, dann bei Mercedes in Kassel, wo er nach seiner Weiterbildung vom Schreibtisch aus Zeit- und Arbeitsabläufe koordinierte. Nach dem Aufbau der Bundeswehr war er mit 20 Jahren der erste Wehrpflichtige überhaupt in Kleinalmerode und diente bei den Panzergrenadieren in Fritzlar.

Mit Leidenschaft widmete sich Hey gleich zwei Hobbys: dem Kicken und dem Singen, beides im örtlichen Arbeiter-, Turn- und Gesangverein.

Knapp 20 Jahre lang hatte es jeder Gegner schwer, an dem defensiven Läufer und Ballverteiler - heute Position sechs genannt - vorbei zu kommen. Immer noch ist er treuer Zuschauer bei den Heimspielen des erfolgreichen Gruppenligisten Kleinalmerode.

Seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Ingrid und Achim Hey in ihrem gepflegten Garten in Kleinalmerode.
Seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Ingrid und Achim Hey in ihrem gepflegten Garten in Kleinalmerode. © Repro: Chris Cortis

Im Chor singt er schon seit 67 Jahren und bereitet sich gerade vor auf ein großes Sängertreffen nächsten Monat im österreichischen Tirol. Das Alpenland war auch bevorzugtes Ziel auf den gemeinsamen Urlaubsreisen des Paares, das Europa vom Norden bis zum Süden durchquert hat mit Stationen in Norwegen, Polen, Kroatien, Südfrankreich und Italien.

Drei Kinder hat Ingrid Hey ihrem Mann geschenkt, einen Sohn und zwei Töchter. Außerdem gratulieren den Ehejubilaren heute fünf Enkelkinder. „Auf den Urenkel warten wir noch“, sagen beide mit einem verschmitzten Lächeln. zcc

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