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In Kleinalmerode feiern heute Klaus und Helene Werner Eiserne Hochzeit

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Von: Christoph Cortis

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Ihr Lieblingsplatz: Helene und Klaus Werner auf ihrer Terrasse.
Ihr Lieblingsplatz: Helene und Klaus Werner auf ihrer Terrasse. © Chris Cortis

65 Jahre sind sie durch dick und dünn gegangen und stehen auch heute noch fest zueinander: In der Ledergasse im Witzenhäuser Stadtteil Kleinalmerode feiern Klaus und Helene Werner, geborene Loddenkemper, heute das seltene Fest der Eisernen Hochzeit.

Kleinalmerode – Ein bitteres Schicksal hat die 85 und 84 Jahre alten Eheleute zusammengeführt. Helene, die in Köln zur Welt kam, war gerade fünf Jahre jung, als sie wie ihre fünf Geschwister die Mutter verlor. Der Vater, der als Zimmermann in der Domstadt arbeitete, stand von heute auf morgen mit den Kindern alleine da. Was tun? Die Lösung: Alle Kinder wurden auf die Verwandtschaft der Mutter verteilt, die in Mingerode im Kreis Duderstadt zu Hause war.

Die Fünfjährige kam bei einer Tante unter, ging in der neuen Heimat zur Schule und arbeitete nach ihrer Ausbildung als Näherin just in dem Gebäude, in dem auch eine Zigarrenfabrik untergebracht war, wo Klaus’ Vater Obermeister war und eine Familientradition gründete, denn auch beide Großväter von Klaus verdienten sich ihre Brötchen als Zigarrenmacher – allerdings in Kleinalmerode.

Seit 65 Jahren ein Paar: Helene und Klaus Werner am Tag ihrer Hochzeit.
Seit 65 Jahren ein Paar: Helene und Klaus Werner am Tag ihrer Hochzeit. © privat/Repro: Chris Cortis

Eines Tages kreuzte Helene mit zwei Freundinnen auf, die ebenfalls in der Zigarrenfabrik beschäftigt waren. Klaus: „Als ich sie sah, war mir klar: Das ist sie.“ Beim ersten Kennenlernen waren beide 19. Ein Jahr später waren sie verheiratet, exakt am 25. Mai 1957. Und der Wunsch von Klaus’ Papa war Wirklichkeit geworden. „Nimm dir bloß keine Frau aus der Zigarrenfabrik“, habe er seinem Filius geraten in der Befürchtung, der dann neuen Verwandtschaft würde Tabak unter der Hand zugeschanzt.

Es war fast selbstverständlich, dass Klaus beruflich in die Fußstapfen seiner Vorfahren trat, sich zwei Jahre am Firmensitz in Soltau ausbilden ließ und mit dem Gesellenbrief in der Tasche erst Hilfsmeister wurde, ehe als 1. Meister in Mingerode einstieg.

Ein Jahr nach der Hochzeit ging das Paar nach Köln, weil Helenes Vater seine Tochter wieder bei sich haben wollte. Am Rhein verdingte sich Klaus als Nachtwächter, aber nur für kurze Zeit: „Das war nicht beim Fall.“

Auf eine Stellenausschreibung hin bewarb er sich erfolgreich nach Schwetzingen, wurde in einer Filiale der Zigarrenfabrik 1. Werkmeister und auch mit Verwaltungsarbeiten konfrontiert, die ihm später zugute kommen sollten.

Im Jahr 1965 zog das Paar nach Kleinalmerode, nachdem Klaus’ Vater sein Elternhaus großzügig um- und ausgebaut hatte. Nach einem Intermezzo als Autoverkäufer zog Klaus Werner, wie er sagt, „das große Los“. Als einer der ersten Mitarbeiter heuerte er beim Bundesamt für Zivildienst an und betreute 27 Jahre lang hessenweit 160 Einrichtungen mit 1200 Zivildienstleistenden.

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand war Klaus Werner 22 Jahre lang Ortsvorsteher in Kleinalmerode und saß für die SPD mit Unterbrechungen 16 Jahre im Stadtparlament von Witzenhausen. Dem örtlichen Gesangverein hält er seit mehr als 60 Jahren die Treue.

Für seine Frau war der Garten immer das große Hobby: „Sie hatte einen grünen Daumen.“ Das Geheimnis der langen Ehe: „Die Liebe und hohe gegenseitige Wertschätzung.“ Das wissen auch die vier Söhne und die eine Tochter, die sechs Enkel und vielleicht auch oder bald die zwei Urenkel.  (Chris Cortis)

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