Kinderferien-Uni

In Witzenhausen entstehen Osternester mit Indigo-Blau

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Selbstgebastelte Osterkarten: Aus selbst hergestellten Naturfarben haben Malil (links) und Damian schöne bunte Osterkarten gemalt, die sie mit nach Hause nehmen dürfen.

Witzenhausen – Warum verfärben sich im Herbst die Blätter, warum leuchtet die CD unter Licht auf der Rückseite bunt und aus welchen Pflanzen oder Früchten kann ich Naturfarben herstellen?

19 kleine Forscher beschäftigten sich bei der Kinderferien-Uni im Tropengewächshaus Witzenhausen mit dem Thema Farbe in vielen Varianten.

Sie stellten auch wunderbare Sachen her, die sie mit nach Hause nehmen durften. So wurde ein Seidentuch verknotet und mit getrockneter Goldrute im heißen Wasserbad gelb und mit der getrockneten Krapp-Wurzel im heißen Wasserbad orange gefärbt. Durch die Verknotungen kamen gemusterte Tücher heraus. Aus gemörserten Löwenzahnblüten, gemörserten Brennnesseln, zerdrückten Heidel- und Brombeeren und einem Curcuma-Wasser-Gemisch stellten sie Farben her und malten damit eine Osterpostkarte.

Passend zur Osterzeit durften die Kinder auch ausgeblasene Eier färben. Hierfür hatten sie Blätter gesammelt, die sie anschließend auf das Ei legten und mit einem Stück Nylonstrumpf fest fixierten. Farblich wollten sie die Eier dann mit Zwiebelschalen bräunlich, mit kleingeraspelter Rinde des Blauholzes blau und mit dem Farbstoff der Cochenilleschildlaus rot färben. „Der rote Farbstoff der gezüchteten Cochenilleschildlaus findet sich in vielen Kosmetika und anderen industriellen Produkten“, erklärte Seminarleiterin Ines Fehrmann und zeigte den Kindern ein Tütchen der bereits abgetöteten und käuflich erworbenen Läuse. „Je nach Konsistenz der Eierschale werden die Eier dann neben rot auch mal pink oder violett“, so Fehrmann.

Auch ein Ausflug ins Völkerkundemuseum stand auf dem Programm. Hier erklärte Ute Dietrich die Farbe blau aus der Indigo-Pflanze. Diese aus Indonesien stammende Pflanze wächst in allen tropischen Regionen und war früher eine sehr begehrte Handels- und Tauschware.

In einem großen Einkocher hatte Ute Dietrich Indigo mit Salz, Waschsoda und Entfärber gemischt und darin Baumwolle in ein tiefes Blau gefärbt. Auch wenn die Baumwolle beim Herausziehen zunächst eine grüne Farbe angenommen hatte, wurde es durch die Reaktion mit dem Sauerstoff der Luft schnell zu einem blauen Wollknäuel, aus der die Kinder dann ein blaues Osternest bauen konnten.

Nach drei Tagen hatten die Kinder einiges über die Farben gelernt, schöne Mitbringsel gebastelt und können zu Hause das Eine oder Andere noch mal ausprobieren.

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