Ort will enkeltauglich werden

In Ziegenhagen startet Projekt "Leben in zukunftsfähigen Dörfern"

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Beim Workshop: Manfred Harbusch (rechts) mit den Teilnehmern.

Ziegenhagen. Bundesweit sind nur fünf Ortschaften am Projekt "Leben in zukunftsfähigen Dörfern" beteiligt - darunter der Witzenhäuser Ortsteil Ziegenhagen.

Wie kann man dem demografischen Wandel und der Abwanderung aus Dörfern begegnen? Was kann man gegen den Verlust von Kulturlandschaft und ökologischer Vielfalt tun? Das sind nur zwei von vielen Fragen, mit denen sich die Teilnehmer des Projektes „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ beschäftigen, das am Samstag mit einem Workshop in Ziegenhagen begann.

„Wir sind stolz darauf, eine von bundesweit nur fünf Ortschaften zu sein, die an diesem Projekt teilnehmen“, sagt Ziegenhagens Ortsvorsteher Manfred Harbusch. Dazu ist der Witzenhäuser Stadtteil eine Kooperation mit „Gastwerke“ eingegangen, einer aus 25 Erwachsenen und 17 Kindern bestehenden Lebens- und Arbeitsgemeinschaft aus Escherode (Gemeinde Staufenberg), die ein naturnahes und solidarisch-gemeinschaftliches Leben mit gemeinsamer Einkommensökonomie führt. Im weiteren Verlauf des Projektes, das auf ein Jahr angesetzt ist, sollen Lösungsideen für unterschiedliche strukturelle Herausforderungen entwickelt werden. Der erste von drei geplanten Workshops diente dem Kennenlernen und der Bestandsaufnahme.

„Ziel des Projektes ist es, dass beide Parteien voneinander lernen und ihre jeweiligen Potenziale entdecken“, sagt Harbusch. Nicht zuletzt deshalb freue er sich auch, dass bei der von den beiden Escherödern Doreen Kratzsch und Steffen Emrich sowie ihm selbst moderierten Auftaktveranstaltung „Akteure aus vielen verschiedenen Vereinen und Institutionen dabei waren“. Zwar sei die Teilnehmerzahl wegen krankheitsbedingter Ausfälle mit 18 etwas niedriger als ursprünglich geplant gewesen. „Aber damit bin ich immer noch zufrieden“, sagt Harbusch.

Bei den nächsten Workshops am 20. September und am 4. Oktober sollen konkrete Ideen aus Themenfeldern wie Mobilität, Energie, Naturschutz, Landwirtschaft, kulturelles Leben und Dorfgemeinschaft entwickelt und besprochen werden. Diese sollen bei einem bundesweiten Zwischentreffen Ende November in Sachsen-Anhalt vorgestellt werden. „Zum Auftakt hatten wir einen lebendigen Austausch“, lobte Kratzsch. Sie freue sich, dass sich zu diesem frühen Zeitpunkt des Projektes schon Menschen gefunden hätten, die daran weiterarbeiten und es auch im Dorf weiter tragen wollen. „Ziegenhagen macht sich auf den Weg, um enkeltauglich zu werden“, sagt Harbusch. „Genau das ist es, wozu dieses Projekt beitragen wird.“

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