Sichtachsen bilden

Info-Abend in Witzenhausen zum Marktplatz: Architekt bleibt bei seiner Planung

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Landschaftsarchitekt Tobias Mann stellte beim Bürger-Infoabend seine Gedanken zu dem vom Stadtparlament ausgewählten Umgestaltungs-Plan für den Witzenhäuser Marktplatz vor und beantwortete alle Fragen.

Mehr als 150 Bürger drängten sich am Donnerstagabend zur Informationsveranstaltung im Rathaussaal zur Marktplatzgestaltung, die Sitzplätze reichten nicht einmal für die Hälfte der Interessierten aus.

Witzenhausen – Der starke Applaus nicht erst am Ende für den Hauptakteur des Abends zeigte: Auch wenn die Gegner des Platanen-Fällens wohl nicht weniger geworden sind, mit seinen Überlegungen zur Umgestaltung des Marktplatzes und seinen Aussagen zum Demokratieverständnis hat Landschaftsarchitekt Tobias Mann bei den Witzenhäusern gepunktet. Vorher hatte es eine Kundgebung für den Erhalt der Platanen auf dem Marktplatz in Witzenhausen gegeben. 

Mann ging zunächst auf die Frage ein, warum er fünf der acht Bäume der Platanengruppe entnehmen will, bevor er auch auf die Oberfläche des Platzes, seine Ausstattung unter anderem mit mehr Bänken und die Nutzung für Wochenmarkt und Feste zu sprechen kam. Dem Landschaftsarchitekten, der vor seinem Studium als Landschaftsgärtner tätig war, geht es um Sichtachsen und darum, aus der „guten Stube“ der Stadt einen öffentlichen Raum mit einer „gewissen Neutralität“ zu machen.

Dass Manns Gestaltungsplan im Prinzip nur wegen der fünf Platanen in der Kritik steht, wird an dem Abend bei etlichen der insgesamt mehr als 30 Fragen und Statements auch deutlich. Die Bäume sind, daraus macht er keinen Hehl, „ ein zentraler Punkt“ seines Entwurfes.

Ansonsten scheint nur noch das kostspielige Wasserspiel umstritten zu sein, das aber auch nicht unbedingt zur Umgestaltung gehört.

Daher war die wohl wichtigste Frage des Abends, ob man das Konzept nur bezüglich der Bäume ändern könnte, um sie zu erhalten. Klare Antwort Manns: „Ich bleibe bei der Planung.“ Nicht nur, dass er zu seiner „komplexen Sichtweise“ stehe, eine nachträgliche Änderung wäre im Rahmen des von der Stadt gemachten Architekten-Wettbewerbs gegenüber allen anderen Mitstreitern auch nicht kollegial. Er habe den zweiten Preis für diesen Entwurf gewonnen, der auch so die Mehrheit der Stadtverordneten zur Umsetzung fand.

Und er sagte: „Es ist nur ein Angebot, mehr nicht.“ Werde doch noch ein anderer Entwurf gewählt, sei das „nicht schlimm“. Sollte er seine Ideen aber realisieren dürfen, will er auf viel Transparenz und eine breite Bürgerbeteiligung bei der detaillierten Ausgestaltung dringen und sich gern direkt daran beteiligen.

Noch eines versprach Mann am Ende der zweistündigen Veranstaltung auf Nachfrage eines Bürgers. Es gebe ein, wenn auch mit Risiko verbundenes und zudem teueres Spezialverfahren, um Bäume zu verpflanzen  – „das wird zu prüfen sein“. 

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