Integration durch Reiten

Servicestelle für Integration in Witzenhausen bietet Sportkurse für Flüchtlinge und Einheimische an

Ein Mädchen führt ein Pony, auf dem ein kleiner Flüchtlingsjunge sitzt, durch einen aufgebauten Parcours in einer Reithalle.
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Aufgebauter Parcours: Tashina führt das Pony mit Akem durch den aufgebauten Parcours im Reit- und Therapiezentrum Witzenhausen.

Die Integration von Flüchtlingen fördern und dabei Spaß haben ist das Ziel des hessenweiten Förderprogrammes „Sport und Flüchtlinge“.

Witzenhausen - Unter dem Dach der Servicestelle für Integration und freiwilliges Engagement der Stadt Witzenhausen hatten die beiden Sportcoaches Lara Thiele und Bianca Costa zum wiederholten Male interessierte Flüchtlinge und Einheimische in das Reit- und Therapiezentrum Am Sande in Witzenhausen eingeladen. Dort hatte Eigentümerin Carmen Schrader in der Reithalle einen kleinen Parcours mit querliegenden Bodenstangen, Slalom-Kurs, niedrigem Balkenhindernis und einer erweiterten L-Gasse aufgebaut, den die Teilnehmer geführt auf dem Pferd in langsamen Schritt durchlaufen mussten.

Im Anschluss durften sie die Pferde striegeln und putzen und so eine Beziehung zu den Vierbeinern aufbauen. Fares Almilagi war das erste Mal dabei und hat auch in Syrien bereits Pferde geritten. „Ich möchte gerne wieder mit Pferden arbeiten und bin über meinen Freund Feras Dalati auf das Angebot aufmerksam geworden“, sagte Almilagi.

Auch wenn diesmal mehr Flüchtlinge da waren, sind die Sportangebote für jedermann offen. „Im Sport finden die Menschen schnell zueinander, da Herkunft, Religion und sozialer Status von nachrangiger Bedeutung sind“, sagt Sportcoach Lara Thiele. Ein schönes Beispiel dafür sei das Eislaufen in Göttingen im Februar gewesen, wo sich im Laufe der Veranstaltung immer mehr Eisläufer um die Flüchtlinge gekümmert und ihnen einige kleine Kniffe beigebracht hätten. „Es war ein schönes Gefühl, zu sehen, wie einfach die Leute durch Sport ins Gespräch kommen“, sagt Thiele.

So wurden durch die Coaches bereits ganz unterschiedliche Sportevents veranstaltet. Sie waren beispielsweise klettern, wandern, sind zusammen gewalkt, haben Fußball oder Minigolf gespielt.

Jeden Monat gibt es vier bis fünf unterschiedliche Angebote. Beim Tanzkurs und beim Frauen-Selbstbehauptungskurs müssen die Männer aber draußen bleiben. Ziel ist es, die geflüchteten Männer als auch die Frauen langsam an die deutsche Kultur und ihre Gepflogenheiten zu gewöhnen. Die Frauen nehmen in der islamischen Kultur oft eine untergeordnete Rolle ein und sind dort meist vor allem für die Kindererziehung zuständig. Um ihnen die Teilnahme an dem Sportangebot zu ermöglichen, wird bei den reinen Frauenkursen daher auf Wunsch auch eine Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt. (Hartmut Neugebauer)

Weitere Angebote im Herbst

Neben dem Reiten gibt es im September und Oktober zwei Kurse nur für Frauen: Der Kurs „Entspannender Persischer Tanz“ und ein Selbstverteidigungskurs. Beide werden in Zusammenarbeit mit Family Fitness Witzenhausen und mit Frauen als Trainerinnen organisiert - einige von ihnen sind Flüchtlinge. Die Kurse bieten eine Kinderbetreuung an, um die Mütter zur Teilnahme zu motivieren.

Wer mitmachen will, kann die Organisatoren per E-Mail an sportwitz@gmail.com kontaktieren. Die Veranstaltungsangebote werden auch über Flüchtlingswohnheime, Whatsapp-Gruppen, den Arbeitskreis Asyl, die WizFrosch-Mailingliste sowie die Facebook- und Instagram-Accounts der Integrations- und Engagement-Servicestelle verbreitet.

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