Straßen voller Schlaglöcher

Investitionsstau bei Straßensanierung in Bad Sooden-Allendorf

Sanierungsbedarf: Nicht nur in Sooden, wie hier im Kirchweg, befinden sich in der Kurstadt viele Straßen in einem schlechten Zustand.
+
Sanierungsbedarf: Nicht nur in Sooden, wie hier im Kirchweg, befinden sich in der Kurstadt viele Straßen in einem schlechten Zustand.

Die sanierungsbedürftigen Straßen in Bad Sooden-Allendorf waren ein Thema in der Sitzung des Bauausschusses. Die Stadt versucht das Problem nun schrittweise zu lösen.

Bad Sooden-Allendorf – Was in Bad Sooden-Allendorf die Spatzen von den Dächern pfeifen und Autofahrer auf Schlaglochpisten schon mal kopfschüttelnd in Wallung versetzt, hat jetzt das Stadtbauamt bestätigt: Für die Sanierung vieler innerörtlicher Straßen bestehe „ein immenser Investitionsstau“, gab am Donnerstag in der Sitzung des Bauausschusses Bernd Scharf zu Protokoll. Der 57-jährige Ingenieur aus Berkatal-Frankenhain ist in der Bauverwaltung seit Kurzem zuständig für den Tiefbau. Schrittweise will die Stadt jetzt versuchen, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Auf der Prioritätenliste ganz oben steht in Allendorf die grundhafte Erneuerung der Ringstraße auf knapp einem halben Kilometer, in Sooden dasselbe Procedere für die 280 Meter von Kirchweg und Westerburgstraße. Allein diese beiden Projekte sind mit insgesamt 880 000 Euro veranschlagt.

Als Straßen mit überwiegend innerörtlichem Verkehr eingestuft, müsste die Stadt die Hälfte der Kosten tragen, die anderen 50 Prozent gingen zu Lasten der Anlieger. Die entsprechenden Summen würden sich reduzieren, wenn zunächst die Stadtwerke die Straßen aufreißen müssten, um Ver- und Entsorgungsleitungen zu erneuern. Die dafür benötigten Flächen würden aus den Kosten für Stadt und Anlieger herausgerechnet.

Vieles spricht für diese Vorgehensweise, weil laut Bauamtsleiter Helmut Franke die Leitungen zum Teil zwischen 50 und 60 Jahre alt sind.

Allein in Sooden und Allendorf, so Franke, habe die Stadt ein Straßennetz mit einer Gesamtlänge von 50 Kilometern zu unterhalten. Zuständig ist sie zum Teil aber auch für die Straßen in den Stadtteilen, um deren Projekte die Prioritätenliste laut Beschluss des Parlamentsausschusses noch ergänzt werden soll. Weil die Stadt finanziell aber nicht auf Rosen gebettet ist und es in der Kasse nach Angaben von Bürgermeister Frank Hix „knirscht“, stehen im noch nicht verabschiedeten Haushalt 2021 für die Straßensanierung nur 120 000 Euro zur Verfügung, die, so Franke, noch in diesem Jahr eingesetzt werden sollen. Viele der aufgelisteten Straßenschäden sollen deshalb auch nur notdürftig, wie durch ein Verfüllen der Schlaglöcher, repariert werden. Zur Frage, was wann und wie in Angriff genommen wird, werde die Verwaltung Vorschläge unterbreiten, mit denen sich zunächst wieder der Bauausschuss und abschließend das Stadtparlament zu befassen hätten, so der Bürgermeister.

Thema im Bauausschuss war auch der Stadtteil Orferode, für den Ortsvorsteherin Birgit Ernst und ihr Stellvertreter Tobias Polednicek an der Sitzung teilnahmen. Mit deren Zustimmung sollen auf städtischem Grund zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Sportplatz je nach Zuschnitt sechs bis sieben neue Baugrundstücke entstehen. Zur Vermarktung festhalten will die Stadt auch an etwa fünf erschlossenen Bauplätzen in der Straße Vor den Wetten. (Chris Cortis)

Sie wollen mehr aus der Region erfahren? Dann testen Sie das ePaper der HNA zwei Wochen gratis. Sie sind eher an Neuigkeiten aus dem Raum Eschwege interessiert? Dann können Sie das ePaper der Werra-Rundschau ebenfalls kostenlos ausprobieren. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.