Mitglieder aus aller Welt

IT-Dienste auf Ökostrombasis: Witzenhäuser Verein Ecobytes setzt sich für Klimaschutz ein

Ecobytes will das Internet transparenter und demokratischer machen: Vorstand Dr. Gualter Barbas Baptista. FOTO: MICHAEL CASPAR
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Ecobytes will das Internet transparenter und demokratischer machen: Vorstand Dr. Gualter Barbas Baptista.

Stromsparende Informationstechnologie, Computer-Dienstleistungen zu 100 Prozent auf Ökostrombasis und dezentrale Strukturen bietet der Witzenhäuser Verein Ecobytes.

Witzenhausen - Die 80 Mitglieder des Vereins Ecobytes leben verstreut in Europa, Nordamerika und Australien. „Die zunehmende Internetnutzung treibt den Strombedarf weltweit in die Höhe“, erklärt Ecobytes-Vorstand Dr. Gualter Barbas Baptista. Der Verein, der Anfang der 2010er-Jahre in Witzenhausen gegründet worden ist, bezieht seine Energie von einem norwegischen Wasserkraftwerk. „In Zukunft wollen wir mehr Solarstrom verwenden“, kündigt Baptista an. Damit gar nicht erst so viel Energie verbraucht wird, setzt Ecobytes stromsparende Technik ein.

„Wir wollen die digitale Infrastruktur außerdem widerstandsfähiger und sicherer machen“, führt der Vorstand aus. Die Clouds, Datenwolken im Netz, in denen die Nutzer Informationen speichern können, sind nicht von einem oder mehreren Großrechnern abhängig. Der Verein nutzt die vielen, kleinen Rechner seiner Mitglieder und arbeitet zudem mit anderen unabhängigen IT-Kollektiven zusammen.

„Unser dezentraler Ansatz trägt zu mehr Transparenz bei“, meint Baptista. Kaum ein Internetnutzer wisse, was große soziale Netzwerke oder Suchmaschinen mit seinen Daten machten. Diese stellten die Daten Firmen für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung. „So setzen zum Beispiel Banken spezielle, der Öffentlichkeit nicht bekannte Handlungsvorschriften (Algorithmen) ein, um die Kreditwürdigkeit von Nutzern zu beurteilen“, gibt der Vorstand zu bedenken.

Ecobytes fördert die Nutzung frei zugänglicher Computerprogramme (Open Source Software). Der Verein bietet Mitgliedern E-Mail-Konten und den Zugang zu Programmen für die gemeinschaftliche Erstellung, Bearbeitung, Organisation und Darstellung digitaler Inhalte (Content Management Systeme) an. Er macht sich für Daten-Verschlüsselung und gesicherte Verbindungen stark. „Wir beraten bei Netzwerklösungen und der Entwicklung von eigenen Internetseiten“, sagt Baptista.

Hervorgegangen ist der Verein aus einem Kollektiv, das sich in den 90er-Jahren gebildet hat. Die Vereinsgründung erfolgte in Witzenhausen, wo damals auch der Transition-Town-Verein entstand. Eine Zeit lang betrieb Ecobytes auf dem Dachboden des Transition-Hauses an der Brückenstraße 20 einen Hacker Space, einen Ort, wo Computerfreunde gemeinsame Projekte verfolgten. „Es ist wahrscheinlich der einzige solche Ort gewesen, wo mit Holz geheizt wurde“, sagt Baptista.

Die Witzenhäuser engagieren sich in der Transition-Bewegung, die Klimaschutz vor Ort vorantreibt. Auch zur Degrowth-Bewegung gibt es Kontakt, die ökologisch und am Gemeinwohl orientiert wirtschaften will. Dem Ecobytes-Vorstand gehören neben Baptista noch Johannes Winter aus Witzenhausen und Jon Richter aus Brandenburg an. (Michael Caspar)

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