Jedes zweite Grundschulkind im Werra-Meißner-Kreis kann nicht schwimmen

Mehr Zeit zum Üben nötig: Lehrer beklagen den weiten Weg zu den Schwimmbädern im Werra-Meißner-Kreis. Foto: dpa

Werra-Meißner.  Es ist eine erschreckende Zahl: Etwa die Hälfte der Kinder und Jugendlichen kann laut einer Forsa-Umfrage von 2010 nicht schwimmen.

Die Zahlen sind laut Bernd Hildmann, Vorsitzender der Ortsgruppe Hessisch Lichtenau der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), immer noch aktuell.

Obwohl die Zahl der Nichtschwimmer an den Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis überschaubar sei, käme es dennoch immer wieder vor, dass selbst Zehnjährige nicht schwimmsicher aus dem regulären Schwimmunterricht hinausgehen, meint Sportlehrer Hartmut Euler von der Ernst-Reuter-Schule in Neu-Eichenberg. „Es kommt vor, dass die Schüler aufgrund von Krankheitsfällen den Schwimmunterricht verpassen und damit am Ende des Schuljahres noch als Nichtschwimmer gelten“, so Euler.

Der Werra-Meißner-Kreis unterstützt die Schulen mit 13 Unterrichtsstunden sowie der Übernahme der Fahrtkosten zum nächstgelegenen Hallenbad. Das ist zu wenig, findet Sportlehrerin Maria Schütz von der Gestertalschule in Hundelshausen, um ein Kind tatsächlich schwimmsicher zu machen. Abhängig von der Vorerfahrung, die das Kind mitbringt, könne es mit diesen 13-mal entweder das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“, Bronze oder Silber machen. Die Minimalanforderungen für das Seepferdchen sind 25-Meter schwimmen und das Tauchen nach einem Ring. „Aber das macht ein Kind nicht schwimmsicher, es ist mehr eine Anerkennung und ein Lernanreiz“, sagt Schütz.

Dem stimmt DLRG-Ortsgruppen-Vorsitzender Bernd Hildmann zu: „Die Lehrer können es nicht leisten, die Kinder tatsächlich schwimmsicher zu machen.“ Die Eltern müssten auch die Verantwortung übernehmen und mit ihren Kindern in Hallenbäder oder Freibäder schwimmen gehen. „Erst die Übung macht aus einem Nichtschwimmer einen Schwimmer“, sagt Hildmann.

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