Bunte Deckel gegen Polio

Johannisbergschüler beteiligen sich an Aktion im Kampf gegen Kinderlähmung

Sammeln für eine Aktion gegen Polio: Elmar Schulte (Klassenlehrer der Klasse 6b, zweite Reihe), Andreas Hilmes (Schulleiter), Hans-Peter Berger (Vorsitzender Förderverein), Lehrerin Martina Heyroth und Lernzeitkoordinatorin Martina Hartmann (hinten , von links) mit einem Teil der engagierten Schülern, die fleißig Plastikdeckel gesammelt haben.

Witzenhausen. Das Sammelfieber ist ausgebrochen an der Johannisbergschule in Witzenhausen. Allerdings geht es dabei nicht wie so oft um Figürchen, Sticker oder Karten, die Schüler sammeln Plastikdeckel von Einweg- oder auch Mehrweggetränkeflaschen, sowie Getränkekartons. Und damit helfen sie Kindern.

Zusammen mit Martina Hartmann, Lernzeitkoordinatorin an der Johannisbergschule, setzen sich die Jugendlichen für das Rotary-Projekt „Deckel gegen Polio“ ein. Seit März sind fast 50.000 Deckel zusammengekommen, dadurch können 100 Polio-Impfungen ermöglicht und damit 100 Leben gerettet werden.

Die Deckel aus hochwertigem Kunststoffen werden gesammelt, zuerst an zentrale Sammelstellen, dann an Lagerstellen weiter gegeben und zuletzt an Unternehmen der Abfallwirtschaft verkauft.

Der Erlös von rund 500 Kunststoffdeckeln, deckt die Kosten für eine Polio-Impfung. Unterstützt wird das Programm „End Polio Now“ mit dem weltweiten Vorhaben, dass kein Kind mehr an Kinderlähmung erkranken soll.

Viren lösen Lähmung aus

In Deutschland gilt Polio als ausgerottet, in Afghanistan, Pakistan und Nigeria allerdings tritt die Krankheit nach wie vor auf. Polio ist die Abkürzung für Poliomyelitis, eine durch Polioviren hervorgerufene Infektionskrankheit, die in Deutschland als Kinderlähmung bezeichnet wird. Es treten Lähmungserscheinungen auf, die im Krankheitsverlauf zu Atemlähmung führen können und somit zum Tod. Die Polioviren können bisher nur durch Impfungen eingedämmt werden, die sich in den betroffenen Ländern aber nur wenige leisten können.

In der Johannisbergschule stehen Sammelbehälter, in die Schüler die Deckel ihrer Pausengetränke werfen können. Sie sammeln zu Hause und im Bekanntenkreis, haben Eimer in zwei Supermärkten in Witzenhausen aufgestellt und erklären auf einem Plakat, worum es geht. Das Engagement ist groß, und es macht den Schülern Spaß, Gutes zu tun. Eigentlich war angedacht, die Aktion zum Jahresende auslaufen zu lassen, aber alle haben gemeinsam entschieden, weiter zu sammeln. „Jeder Deckel hilft“, sagt Martina Hartmann, die sich wünschen würde, dass noch mehr Menschen mitmachen, ihre Deckel im Herkules Markt oder im tegut-Markt abgeben oder auch in der Schule vorbei bringen. So landen die Deckel, deren Wert die meisten gar nicht kennen, nicht mehr im Müll, sondern werden wiederverwertet und retten letztendlich Leben. Eine tolle und nachhaltige Aktion, die sich Nachahmer wünscht.

Unterstützung in der Schule

„Es wäre toll wenn noch mehr Schulen, Kindergärten oder Vereine mitmachen würden, viel zu viele Deckel werden immer noch einfach weggeschmissen“, sagt Hartmann. Unterstützung findet sie in der ganzen Schule. Schüler und Lehrer sammeln, motivieren Familien und Freunde mitzumachen, und engagieren sich gemeinsam, um zu helfen.

Weitere Informationen:

www.deckel-gegen-polio.de

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