Jugendrat und Seniorenrat organisieren Schulung im Umgang mit moderner Technik

Wollen Jung und Alt zusammenbringen: Niklas Krumbein vom Jugendrat und Georg Gries vom Seniorenrat der Stadt Witzenhausen. Foto:  Steensen

Witzenhausen. Zwischen ihnen liegen fast 60 Jahre - aber trotzdem wollen sie künftig eng zusammenarbeiten: Niklas Krumbein (17), der Sprecher des Jugendrates, und Georg Gries (75), der Vorsitzende des Seniorenrats.

Das Projekt

Gemeinsam haben beide Gremien die „Kleine Seniorenakademie“ ins Leben gerufen, bei der Jugendliche Senioren Tipps im Umgang mit moderner Technik geben wollen. Der erste Termin ist am Samstag, 28. Mai - dann dreht sich alles rund um Handys und Smartphones.

Bis jetzt gab es schon zehn Anmeldungen, berichtet Gries. „Das Interesse ist groß und die meisten freuen sich, dass unsere Jugendlichen uns einen unkonventionellen Zugang zum Handy vermitteln wollen.“

Jugend- und Seniorenrat können sich vorstellen, das Projekt fortzusetzen - etwa mit Tipps zum Umgang mit Tablets und Computern. Das hänge aber auch von der Resonanz beim ersten Treffen ab, sagt Krumbein. „Wir müssen erstmal sehen, welche Bedürfnisse und Fragen die Senioren haben. Dann können wir besser planen.“

Der Dialog

Das erste Treffen zwischen dem neugegründeten Jugendrat und dem fest in der Stadt verankerten Seniorenrat fand bereits im Februar statt, sagen Krumbein und Gries. Seither habe man sich regelmäßig getroffen, die eigenen Projekte, Ideen und Arbeitsweisen vorgestellt - und die Idee zur Seniorenakademie entwickelt. Dass Jugendrat und Seniorenrat künftig in der Stadt gemeinsam politische Projekte anstoßen wollen, schließen Krumbein und Gries nicht aus. Konkrete Pläne gebe es noch nicht. Aber bei umstrittenen Themen wolle man sich austauschen, um die Sichtweise des Anderen besser zu verstehen und mehr Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse zu wecken. „Beim Thema Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer hatten wir zum Beispiel ganz unterschiedliche Meinungen“, sagt Gries. „Aber es war wichtig, die Argumente der Anderen zu hören“, ergänzt Krumbein.

Die Ziele

„Wir wollen und können viel voneinander lernen“, sagt Gries. Die Senioren könnten etwa vom Technikwissen der Jugendlichen profitieren - und sich so auf ein Projekt vorbereiten, bei dem eine virtuelle Karte barrierefreie Wege in der Witzenhäuser Altstadt aufzeigen soll.

„Für uns ist es spannend, mit Menschen zu sprechen, die nicht so selbstverständlich wie wir mit Handy und Computer aufgewachsen sind und da ganz anders herangehen“, sagt Krumbein. Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung könnten sich die Jugendlichen beim Seniorenrat einiges abschauen.

Wichtig ist beiden, dass die Kooperation langfristig klappt - was schwierig ist, denn der Jugendrat wird jährlich vor den Sommerferien neu gewählt. Hier sei es wichtig, dass Projekte und Kontakte gut an die Nachfolger übergeben werden. Das könnte erstmals im Sommer nötig werden, denn es gibt die Idee, beim Erntefestumzug eine gemeinsame Gruppe zu stellen. „Das wäre doch toll“, sagt Gries, „Jung und Alt zusammen!“

Hintergrund: Tipps rund um Handy und Smartphone

Beim ersten Termin der „Kleinen Seniorenakademie“ geht es um das Thema Handy und Smartphone. Beginn ist am Samstag, 28. Mai, um 10 Uhr im Rathaussaal. Dann wollen die Jugendlichen erklären, wo die Unterschiede zwischen Handy und Smartphone liegen, welche Tarif-Typen es gibt, welche Grundfunktionen die kleinen Telefone noch haben und - falls Interesse besteht - wie das Nachrichtenprogramm WhatsApp funktioniert.

„Wir starten mit einem Vortrag und arbeiten dann in Kleingruppen weiter“, kündigt Niklas Krumbein an. Dabei wollen sich die Jugendlichen auf die verschiedenen Hersteller von Smartphones und Handys einstellen, den Umgang mit den Senioren einüben und Fragen beantworten. Außerdem werden Fachbegriffe erklärt, ein Merkblatt fasst die wichtigsten Inhalte zum Nachlesen zusammen.

Die Teilnahme ist kostenlos, auch Senioren aus anderen Orten sind willkommen. Jeder Teilnehmer sollte sein Handy oder Smartphone mitbringen. Anmeldung bis Mittwoch, 25. Mai, bei Georg Gries, Tel. 0 55 42/28 57, oder Katja Eggert, Lokales Bündnis für Familie, Tel. 0 55 42/50 81 05. (fst)

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