Einkaufen für die Risikogruppe

130 Freiwillige haben sich in Witzenhausen für die Aktion „Dich schickt der Himmel“ registriert.

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Brot und Toilettenpapier: Beides stand bei ihrer ersten Einkaufstour für eine Dame aus Ermschwerd auf dem Zettel der 18-jährigen Emilia Blumenstein vom Kreisjugendring, die gerne Menschen hilft. 

Die Evangelische Kirche, der Kreisjugendring und die DPSG-Pfadfinder organisieren in Witzenhausen mit mehr als 130 Freiwilligen eine beeindruckende Hilfsaktion.

Frisches Obst und Gemüse, Brot, Konserven und die Klassiker: Nudeln und Toilettenpapier. Auf den Einkaufszetteln der freiwilligen Helfer der Aktion „Dich schickt der Himmel“ stehen in diesen Tagen immer wieder die gleichen Posten. Aber auch individuelle Wünsche werden erfüllt.

Eine ehrenamtliche Helferin ist Emilia Blumenstein aus Hubenrode. Die 18-Jährige hat zurzeit schulfrei, muss aber zuhause fleißig lernen. Trotzdem nimmt sie sich die Zeit, anderen zu helfen: „Wir müssen jetzt die Menschen, die zur Risikogruppe gehören, unterstützen“, so die Schülerin. Und auch vom Lernen müsse sie ab und zu eine Pause machen, sagt sie. Die nutzt Emilia, um einkaufen zu gehen. Nicht für sich, sondern für diejenigen, die wegen ihres Alters oder Vorerkrankungen momentan besser zu Hause bleiben.

Am Freitag war sie auf dem Witzenhäuser Wochenmarkt unterwegs. Es war ihre erste Tour. „Wir stehen die ganze Zeit im Kontakt mit den Menschen, für die wir einkaufen“, erzählt Emilia Blumenstein. Das Zwiebelbrot von einem bestimmten Bäcker, das auf ihrem Einkaufszettel stand, konnte sie am Freitag nicht kaufen. Der Stand auf dem Wochenmarkt fehlte. Per Handy sprach sie schnell eine Alternative mit der Dame aus Ermschwerd, für die sie einkaufen war, ab und brachte stattdessen ein Körnerbrot mit.

"Wir finden eine Lösung"

Fertig mit den Einkäufen werden die vollen Tüten dann zu den Auftraggebern nach Hause gebracht. Kontakt entsteht dabei keiner. „Entweder ich rufe von unterwegs aus an und sage, wie viel Geld ich ausgegeben habe, dann liegt es bereits vor der Tür, wenn ich ankomme“, beschreibt Emilia das Szenario. Sie stellt dann die Einkäufe an denselben Platz und geht wieder. Oder sie bringt den Einkauf an die Tür, klingelt und wartet im Auto, bis der Auftraggeber das Geld raus legt. „Bis jetzt hat das hervorragend geklappt“ weiß Pfarrer Dr. Christian Schäfer, einer der Organisatoren, die von der Diakom und dem Nachbarschaftshilfering unterstützt werden. Unter Tel. 0 55 42/ 9 53 98 21 können von montags bis freitags Bestellungen aufgegeben werden. Garantiert besetzt ist das Telefon zwischen 18 und 20 Uhr. Auch Apothekengänge und Gassigehen mit dem Hund werden kostenlos angeboten.

„Wenn jemand kein Geld zuhause hat oder zu den Tafelkunden gehört, kann er sich trotzdem bei uns melden, wir finden einen Weg“, so Schäfer weiter.

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