Krönung für Juli geplant

Neue Kirschenkönigin für Witzenhausen gesucht: Jury prüft drei Kandidatinnen

Auftakt: Zu Beginn des Juryabends stellten sich die drei Kandidatinnen Antonia Niemeier (stehend, von links), Samira Winter und Stina Brüchmann zunächst gemeinsam den elf Jurymitgliedern vor.
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Auftakt: Zu Beginn des Juryabends stellten sich die drei Kandidatinnen Antonia Niemeier (stehend, von links), Samira Winter und Stina Brüchmann zunächst gemeinsam den elf Jurymitgliedern vor.

2020 konnte wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal in der über 50-jährigen Geschichte der Witzenhäuser Kesperkirmes keine neue Kirschenkönigin gewählt werden. Das soll sich wieder ändern.

Witzenhausen –Auch wenn das beliebte Volksfest wegen des nach wie vor geltenden Verbots von Großveranstaltungen wie im vergangenen Jahr nur digital stattfinden kann (9. bis 11. Juli), wird es diesmal definitiv eine Nachfolgerin für die noch amtierende Kirschenkönigin Sophia Mausolf geben, die ihr repräsentatives Amt dann zwei Jahre bekleidet haben wird. Aber wie wird die neue Königin eigentlich gefunden?

Der Jury-Abend

Bevor die Leser der Witzenhäuser Allgemeinen und eines lokalen Wochenblatts ihre Stimme per Coupon abgeben können und damit maßgeblich zum Entscheid beitragen, fand am Freitag bereits ein Juryabend statt. Elf Frauen und Männer aus Politik und Wirtschaft bildeten die Auswahlkommission, der sich die diesjährigen Bewerberinnen stellen mussten.

Als Kandidatinnen beworben haben sich die gebürtige Witzenhäuserin und jetzt in Hessisch Lichtenau lebende Antonia Niemeier und die Roßbacherin Samira Winter. Sie haben beide schon ein Jahr Erfahrung als Thronfolgerinnen gesammelt. Hinzu kommt neu die Neu-Eichenbergerin Stina Brüchmann, die aktuell in Göttingen wohnt und arbeitet (wir berichteten).

Die Präsentation

Nachdem am Freitag alle Beteiligten beim Betreten des Rathauses einen Corona-Schnelltest über sich ergehen lassen hatten und alle ein negatives Ergebnis vorweisen konnten, stellten sich die drei Kandidatinnen zunächst gemeinsam im Rathaussaal der Jury vor. Anschließend kamen sie einzeln in den Saal, machten anhand einer selbst erstellten Powerpoint-Präsentation 15 Minuten lang Werbung für sich selbst und stellten sich anschließend eine weitere Viertelstunde den Fragen der Jurymitglieder. Diese hatten dann in den fünfminütigen Pausen zwischen den einzelnen Auftritten Zeit, ihre nach Schulnoten vorgenommenen Bewertungen einzelner Kategorien wie allgemeines Auftreten oder rhetorische Fähigkeiten zu Papier zu bringen.

Die Unterschiede

„Normalerweise haben die Kandidatinnen die Möglichkeit, ihre Bewerbung durch Gesangs- oder Tanzeinlagen sowie durch andere Darbietungen zu untermalen, doch das war wegen der nach wie vor strengen Corona-Regeln diesmal leider nicht möglich“, sagte Katja Lindemann-Grunewald von der Witzenhäuser Tourist-Information, die die Kirschenköniginnenwahl organisiert. So hätten diesmal die rhetorischen Fähigkeiten den Ausschlag gegeben.

Dass die Voraussetzungen dabei für alle Kandidatinnen in etwa gleich waren, dafür hatte Rhetorik-Trainerin Béatrice Schenk bereits im Vorfeld gesorgt. „Wir haben drei Online-Schulungen gehabt und uns einmal mit ganz viel Abstand draußen getroffen und uns vorbereitet“, berichtete Schenk, die bereits seit 21 Jahren die Kandidatinnen auf ihren Einsatz als Repräsentantinnen der Kirschenstadt coacht. „Für mich ist es eine Ehre, das zu unterstützen“, meinte die Trainerin, die schon seit Jahren nicht mehr in Witzenhausen lebt, die dafür aber „immer wieder unheimlich gerne“ in ihre Heimatstadt zurückkehrt.

Die Kandidatinnen

„Auch in diesem Jahr haben wir als Kandidatinnen wieder drei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten“, betonte Béatrice Schenk. Wichtig für sie selbst sei bei der Schulung, „dass die künftige Königin und ihre Prinzessinnen möglichst natürlich rüberkommen“. Was sie diesmal so begeistere, sei das Engagement der drei Kandidatinnen. „Man merkt, dass sie es wirklich wollen“, sagte Schenk. Immerhin seien zwei von ihnen ja schon seit einem Jahr dabei und würden sich jetzt dennoch zur Wahl stellen.

Das Ergebnis

Wie sich die drei Kandidatinnen am Freitag geschlagen haben, bleibt zunächst geheim. Erst wenn die Witzenhäuser Zeitungsleser votiert haben, werden die Ergebnisse zusammengeführt. Die Krönung der neuen Kirschenkönigin soll dann – wenn irgendwie möglich – feierlich und in Präsenz stattfinden. Nach aktuellem Stand ist eine Krönung nach dem Kesperkirmes-Gottesdienst am geplant, die live im Internet übertragen werden soll. Sollte das nicht machbar sein, wird auch sie – wie die gesamte Kesperkirmes – zumindest digital zu verfolgen sein. (Per Schröter)

Jury aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Das waren die elf Jurymitglieder: Landrat Stefan Reuß, Bürgermeister Daniel Herz, Landtagsabgeordneter Knut John (SPD), Rhetorik-Trainerin Béatrice Schenk, Kesperkirmes-Moderator Rüdiger „Porgy“ Ulrich, Lars Bathge (Leiter der Sparkassenfiliale Witzenhausen), Eberhard Walther (Leiter der Obstbau-Versuchsanlage Wendershausen), Ulrike Haase-Walger und Kerstin Walger-Wenisch (beide Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe), Thomas Meil (Geschäftsführer Stadtwerke Witzenhausen) und Thilo Vaupel (Erntefestausschuss). (per)

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