Uni Kassel koordiniert bundesweiten Lehrgang zur Artenvielfalt

Startschuss: Bei der Auftaktveranstaltung am Tropengewächshaus in Witzenhausen haben sich Referenten ausgetauscht. Im Team sind Bruno Inkermann (hinten von links), Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Uta Eser, Büro für Umwelttechnik, Prof. Bernd Overwien, Uni Kassel, Projektleiter, Dr. Ute Becker, Uni Mainz, Dr. Ulrich Pietzarka, Universität Dresden sowie Karin Roscher, Uni Dresden (vorne von links) , Eva-Maria Kohlmann, Uni Kassel, Koordinatorin, Brigitte Fiebig, Uni Tübingen, Claudia Grabowski-Hüsing, Uni Osnabrück, Marina Hethke, Uni Kassel, Projektleiterin, und Lizi Wöhrmann, Verband Botanischer Gärten, nicht auf dem Bild sind Sabine Kapaun und Flora Köln. Foto:  Shuhaiber

Witzenhausen / Kassel.Das Tropengewächshaus in Witzenhausen ist der Mittelpunkt eines bundesweiten Projekts zur Erhaltung der Artenvielfalt, an dem viele Botanische Gärten beteiligt sind.

Wie viele verschiedene Tiere und Pflanzen es auf unserer Erde gibt, kann niemand genau beziffern. Täglich sterben Arten aus. Manche von ihnen noch bevor sie entdeckt und klassifiziert wurden. In einem neuartigen Qualifizierungslehrgang soll die Artenvielfalt und ihre Bedeutung für Umwelt und Gesellschaft fokussiert werden. Dabei geht es vor allem um die Verbindung von Politik, Ethik und Artenvielfalt in Bildungsprogrammen für Kinder und Jugendliche.

Das Projekt wird von der Universität Kassel koordiniert und von der Deutschen Stiftung Umwelt (BDU) mit 276 000 Euro gefördert. Die Projektleiter Marina Hethke, Tropengewächshaus Witzenhausen, und Prof. Bernd Overwien, Didaktik der politischen Bildung, koordinieren den Zertifizierungslehrgang, an dem sich elf Botanischen Gärten in zehn Bundesländern beteiligen. „Das Projekt soll zum Nachdenken anregen und andere Blickwinkel auf das Thema Artenvielfalt ermöglichen und dabei helfen globale Zusammenhänge zu begreifen.“, sagt Projektleiterin Marina Hethke vom Tropengewächshaus.

„In Botanischen Gärten gibt es die Möglichkeit, auf vielfältige Weise die Verbindung von Pflanzenvielfalt und ihre sozialen, politischen, ethischen Beziehungen zum Menschen nahe zu bringen.“

Konkrete Ziele sind die Umsetzung einer nationalen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie die Entwicklung einer ethisch fundierten Naturschutzkommunikation sowie die Bildung informeller und außerschulischer Qualitätsstandards.

„Biodiversitätsbildung als Querschnittsthema von Biologie, Politik und Ethik - Modellprojekt zu Qualifizierungsmaßnahmen an Botanischen Gärten“ lautet der Titel des auf drei Jahre angelegten Modellprojktes. 50 Teilnehmer sollen bis Dezember 2017 ausgebildet werden. Sie dürfen sich dann „Multiplikator für Biodiversitätsbildung“ nennen. Das Angebot richtet sich beispielsweise an Lehrer, Wissenschaftliche Hilfskräfte, Gärtner, Förster, Studierende und Mitarbeiter in der Bildungsarbeit an Botanischen Gärten.

Die Teilnehmer beschäftigen sich in zwei Fortbildungsreihen mit den Fragen nach der gerechten Nutzung natürlicher Ressourcen, dem Eigenwert der Natur und dem Einfluss von Politik auf die Erhaltungskonzepte. „In Botanischen Gärten gibt es die Möglichkeit, auf vielfältige Weise die Verbindung von Pflanzenvielfalt und ihre sozialen, politischen, ethischen Beziehungen zum Menschen nahe zu bringen“, sagt Prof. Bernd Overwien.

Nirgendwo sei es so einfach und nahe liegend, die Einzigartigkeit und Bedrohung der Pflanzenwelt zu vermitteln, als dort, wo die Vielfalt hautnah sehen und erleben könne. In das praktische Lernen müssten aber auch wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Verantwortung bezüglich nachhaltiger Entwicklungen einfließen. (alh)

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