Gottesdienst hat gefehlt

Katholiken feiern wieder gemeinsam die Messe

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Nur jede zweite Bank darf während des Gottesdienstes besetzt werden.

Zwei Monate mussten Menschen aller Konfessionen wegen der Corona-Pandemie auf den Kirchgang verzichten, seit einer Woche sind Gottesdienste unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln wieder erlaubt.

In der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph in Hebenshausen ist den Menschen die Erleichterung deutlich anzumerken.

„Da hat einfach etwas ganz Wichtiges gefehlt“, sagt die 92-jährige Maria Meister, die am Sonntagmorgen zusammen mit ihrer Nachbarin und Freundin Irmgard Heise zum Hochamt der Gemeinde gekommen ist. „Neben den Gottesdiensten hat man auch die Menschen vermisst, die man hier trifft“, so Meister.

„Es war sehr schwer für mich, dass das gemeinschaftliche kirchliche Leben in den vergangenen Wochen nicht stattfinden konnte“, betont auch Pfarrer Hans-Jürgen Wenner. Dennoch sei er dankbar, dass Gottesdienste nun wieder möglich seien, auch wenn man sich an die Umstände erst gewöhnen müsse. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, darf nur jede zweite Sitzbank besetzt werden. „Das führt dazu, dass in Hebenshausen gerade einmal 30 Menschen an einem Gottesdienst teilnehmen können“, so Wenner. Ein Mundschutz ist in der Kirche zwar keine Pflicht, dafür muss die Gemeinde aber auf den üblichen (und seiner Meinung nach für einen Gottesdienst auch enorm wichtigen) gemeinschaftlichen Gesang verzichten. „Und damit sich die Menschen beim Abendmahl nicht zu nahe kommen, gehe ich jetzt durch die Reihen und verteile es direkt an den Plätzen“, so der Pfarrer.

Dass die Gottesdienste den Menschen gefehlt haben, zeigt eine E-Mail, die Pfarrer Wenner in der vergangenen Woche erreichte. „Da hat mir ein junger Mann geschrieben, wie sehr er die Messen vermisst hat und wie sehr er sich gefreut habe, dass es jetzt wieder losgegangenen ist“, erzählt Wenner. Dass beim Hochamt am Sonntag nur rund 20 Hebenshäuser anwesend waren, obwohl unter normalen Bedingungen die Erstkommunion gefeiert worden und die St. Joseph-Kirche wohl bis auf den letzten Platz besetzt gewesen wäre, dürfte der nach wie vor unsicheren Situation geschuldet sein. „Gerade viele ältere Menschen verzichten aus Angst vor einer möglichen Ansteckung noch auf den Kirchgang und das muss man einfach respektieren“, sagt Wenner.

Er hoffe jedoch, dass sich diese Angst nach und nach legen werde, wenn sich erst mal herumspreche, dass man alles dafür tue, um in der St- Joseph-Gemeinde den Gottesdienst für alle Beteiligten so sicher wie irgend möglich zu gestalten.

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