Stiftung mahnt rascheres Tempo an

Erneuerbare Energien: Ausbau der Windkraft kommt in Nordhessen ins Stocken

Insgesamt 15 Rotorblätter werden per Spezialtransport vom Umladeplatz bei Nieste bis zum neuen Windpark Hausfirste II bei Großalmerode gefahren.
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Insgesamt 15 Rotorblätter werden per Spezialtransport vom Umladeplatz bei Nieste bis zum neuen Windpark Hausfirste II bei Großalmerode gefahren.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien stockt in Nordhessen: Der Ausbau von Windkraft, Fotovoltaik und anderen Erneuerbaren Energien bleibt hinter den Notwendigkeiten beim Klimaschutz zurück.

Werra-Meißner – Das ergibt sich aus der aktuellen Energiebilanz der Cdw-Stiftung für 2019, berichtet sagt Cdw-Geschäftsführer Thomas Flügge. Die Stiftung war 2011 in Kassel im Umfeld der Solartechnikfirma SMA 2011 gegründet worden. Während früher der jährliche Zubau der installierten Leistung bei der Windkraft im zweistelligen Bereich lag, fiel er 2019 deutlich geringer aus, so Flügge. In Nordhessen gebe es bei den Erneuerbaren Energien nur einen Zubau von 1,5 Prozent (2018: 5,88) – bei Windkraft von 1,52 Prozent (2018: 7,44), bei Fotovoltaik von 6,85 Prozent (2018: 4,29). Damit liege die Region unter den bundesweiten Zubau-Zahlen von 2,06 Prozent insgesamt (Windkraft: 6,61).

Thomas Flügge

Im Werra-Meißner-Kreis gibt es aktuell mehrere Windpark-Projekte., die auch im „Umweltatlas Hessen“ aufgeführt sind. So wird derzeit der Windpark Hausfirste II im Kaufunger Wald bei Großalmerode gebaut, er soll noch 2020 in Betrieb gehen. Drei Windpark-Projekte sind im Genehmigungsverfahren: Vier Windräder sollen bei Herleshausen gebaut werden sowie je eins bei Ringgau-Netra und am Stürzlieder Berg (Gemeinde Neu-Eichenberg). Für den Windpark auf dem Steinberg bei Ziegenhagen hat bislang nur ein Scoping Termin stattgefunden, teilt Katrin Walmanns vom Regierungspräsidium (RP) Kassel mit. Der Antragsteller erarbeite gerade einen Genehmigungsantrag.

Zwar sei es bei der Fotovoltaik gelungen, den leichten Tempoanstieg beim Zubau zu bestätigen. Dies sei aber nur dem Schwalm-Eder-Kreis zu verdanken. Die anderen Kreise und die Stadt Kassel seien weit hinter dem Bundestrend zurückgeblieben. Die Energiewende-Charta Nordhessen sieht vor, bis 2040 eine 100-prozentige Versorgung für Strom, Wärme und Mobilität durch Erneuerbare Energien zu erreichen. Das sei mit dem aktuellen Ausbautempo nicht zu schaffen, so Flügge.

Das RP bestätigt, dass in den letzten drei Jahren weniger Windkraft-Verfahren mit Genehmigung abgeschlossen werden konnten als zuvor. Der Grund: Die Verfahren seien aufwendiger geworden, weil es kaum noch ohne Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung gehe. Zudem gebe es mehr Klagen. 

2019 gingen in Nordhessen nur zwei neue Windräder in Betrieb

Laut dem Regierungspräsidium Kassel (RP) ist 2019 in Nordhessen nur ein Windkraft-Projekt in Betrieb gegangen: zwei Anlagen im Bad Arolser Stadtteil Landau. Insgesamt wurden im letzten Jahr für 13 Anlagen Genehmigungsverfahren abgeschlossen – für Vorhaben im Gutsbezirk Kaufungen (Großalmerode), in Haunetal (Kreis Hersfeld-Rotenburg) und in Morschen/Spangenberg. Für 56 Anlagen wurden Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz eingeleitet. (aha/fst)

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