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Trotz Bürgergeld: Kein Ansturm aufs Jobcenter Werra-Meißner

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Von: Stefan Forbert

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«Bürgergeld» ist auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch eine Brille zu lesen.
Startschuss für das Bürgergeld Im Jobcenter des Werra-Meißner-Kreises stellt man sich auf mehr Anträge ab Juli 2023 ein und sieht die Chance, die Menschen dann noch bessern fördern zu können. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Knapp 5700 Menschen im Werra-Meißner-Kreis bezogen bis Ende vorigen Jahres Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV. Ab diesem Jahr heißt diese Leistung des Staates Bürgergeld.

Werra-Meißner – Mit der Sozialreform des Bundes ändert sich einiges. So haben unter anderem mehr Menschen Anspruch auf diese finanzielle Unterstützung. Einen Ansturm auf das Jobcenter Werra-Meißner gab es aber gleich zu Beginn des neuen Jahres nicht – wurde und wird auch nicht erwartet.

Für die erste Jahreshälfte rechnet man im Jobcenter eher mit Anträgen auf Einmalbedarfen von Menschen gerechnet, die sich ihre Jahresbestellung an Öl, Holz oder Pellets nicht leisten können, sagt Uwe Kümmel, der Bereichsleiter des Jobcenters Werra-Meißner. „Hier müssen wir die Preisentwicklung bei diesen Brennstoffen abwarten.“

Ab dem 1. Juli könnte sich die Situation anders darstellen. Denn dann dürften durch die Einführung einiger Freibeträge durchaus Anträge von Bürgern gestellt werden, die in einer Neuberechnung Anspruch auf das Bürgergeld haben, erläutert Kümmel.

Als positiven Effekt des Bürgergelds für die Menschen mit Anspruch auf die Leistungen sieht er als erstes, dass sie – gemeint sind hier Alleinlebende – 53 Euro mehr pro Monat bekommen – eine Steigerung um 11,8 Prozent.

Überhaupt sieht der Jobcenter-Chef im Bürgergeld „eine wichtige Reform“. Mehr Fördermöglichkeiten bei Weiterbildungen und mehr Motivation durch das neue Weiterbildungsgeld und der Wegfall des Vermittlungsvorrangs, so seine Einschätzung, „stehen für einen klaren Fokus auf Bildung und Nachhaltigkeit der Vermittlung“. Auch die Möglichkeit, Anträge nun digital stellen zu können, findet er sinnvoll.

Durch die Freibeträge haben die Menschen mit Arbeit mehr Geld zur Verfügung als ohne, sagt Uwe Kümmel auch. Jugendliche und Auszubildende könnten deutlich mehr Gehalt und Lohn behalten. „Damit machen wir Ausbildung und Nebenjob attraktiver und die Jugendlichen erkennen, dass sich Arbeit lohnt.“ (sff)

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