Kein rassistischer Hintergrund: Mann täuscht Angriff mit Flasche selbst vor

Witzenhausen. Die Körperverletzung, der ein 20-Jähriger angeblich am vergangenen Dienstag um 23.20 Uhr in der Wendershäuser Aue zum Opfer gefallen sein soll, war nur vorgetäuscht. Das teilte jetzt die Kriminalpolizei mit.

Der Mann hatte zuvor noch behauptet, von drei Unbekannten angegriffen worden zu sein und auch relativ detaillierte Täterbeschreibungen geliefert. Doch offenbar fand der Übergriff gar nicht statt.

Auch Spekulationen in Studentenkreisen, es habe sich um einen rassistisch motivierten Übergriff gehandelt, seien aus der Luft gegriffen, so die Polizei. Der Mann sei Deutscher und stamme aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Während der Ermittlungen waren Zweifel an den Aussagen des Geschädigten aufgekommen. Dieser gab in einer erneuten Vernehmung zu, sich die Verletzungen selbst zugefügt zu haben. Die Hintergründe sind wohl im Bereich privater Probleme anzusiedeln. Gegen den Mann wird nun wegen Vortäuschung einer Straftat ermittelt.

Aktualisiert um 17.15 Uhr.

Wegen des angeblich rassistisch motivierten Angriffs haben zwei junge Männer eine Mahnwache und eine Demonstration mit dem Tenor „Witzenhausen nazifrei“ organisiert. Laut der Polizei soll die Mahnwache am Dienstag um 15 Uhr auf dem Markt und die Demonstration am Donnerstag um 18 Uhr stattfinden. Start der Kundgebung mit neun Rednern ist am Nordbahnhof.

Auch wenn der aktuelle Anlass der Aktionen nach den jüngsten Erkenntnissen der Polizei nicht mehr gegeben ist, wollen die Organisatoren dennoch alle Menschen einladen, gemeinsam ein Zeichen gegen rechts zu setzen. Dabei beziehe sie sich auch auf die Übergriffe während des Erntefestes. Damals war eine Gruppe von Flüchtlingen bedroht und ihr Betreuer geschlagen worden. Auch ein aus Kenia stammender Mann wurde Opfer von Anfeindungen.

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