Vereine in Corona-Zeiten

Kein Vereinsleben, keine Einnahmen und trotzdem optimistisch - Die Witzenhäuser Showband „The Devils“

Marchingband „The Devils“ marschieren in schwarz-grünen Uniformen die Straße entlang
+
Stillstand: Nachdem im vergangenen Jahr alle Auftritte der Show- und Marchingband „The Devils“ (hier bei der Kesperkirmes 2019) abgesagt wurden, hoffen sie auf ein möglichst schnelles Ende der Corona-Pandemie.

Durch Corona ist das Vereinsleben vielerorts zum Erliegen gekommen. Wie gehen die Vereine damit um? Wir haben bei einigen nachgefragt. Heute: die Show- und Marchingband „The Devils“.

Witzenhausen – Von den großen Stadtfesten in der Region ist die Witzenhäuser Show- und Marchingband „The Devils“ kaum mehr wegzudenken. Weil diese im vergangenen Jahr jedoch komplett Corona zum Opfer fielen, zählen die Devils zu den ganz besonders von der Pandemie betroffenen Vereinen.

„2020 hatten wir keinen einzigen Auftritt“, sagt Corpsdirektorin Katharina Rode. Nachdem man sich vor einem Jahr noch intensiv auf die anstehende Saison vorbereitet und neue Stücke einstudiert habe, sei man vom ersten Lockdown im März für die folgenden zwei Monate komplett ausgebremst worden.

Als es dann möglich war, sei man zwar sofort wieder ins Training eingestiegen, aber von einem regulären Übungsbetrieb habe wegen der bestehenden Abstands- und Hygieneregeln und der Angst einiger Mitglieder vor Infizierung keine Rede sein können.

Witzenhäuser „Devils“: Bandleben liegt seit November brach

Seit Beginn des zweiten Lockdowns im November liegt das Bandleben jetzt wieder brach. „Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen“, sagt Katharina Rode. Zwar habe man versucht, den Kontakt mit Videochats aufrecht zu halten.

„Aber das ist schwierig, weil viele davon einfach nichts halten“, so die Corpsdirektorin. Und von zuhause aus digital miteinander auf den vielen verschiedenen Instrumenten zu spielen sei bei dieser Art von Musik „schlicht unmöglich“.

Dass die Devils in ganz besonderem Maße von der Pandemie betroffen sind, liegt nicht nur am fehlenden Vereinsleben und an der Komplettabsage aller seither geplanten Auftritte, sondern auch an den damit verbundenen Einnahmeausfällen.

Witzenhäuser „Devils“: Keine Angst, dass Pandemie Band zerstört

„Von diesen Einnahmen finanzieren wir normalerweise unsere laufenden Kosten wie den Unterhalt für unsere Trainingsstätte und den vereinseigenen Lkw sowie dessen Leasingraten. „Der LKW ist zwar seit Mai abgemeldet und die Finanzierung war für ein halbes Jahr ausgesetzt, aber seit Oktober müssen wir die Raten wieder bezahlen“, berichtet Rode.

„Wenn es mit den Auftritten diesen Sommer wieder losgeht, dann überstehen wir die Krise auch finanziell“, sagt die Corpsdirektorin. „Wenn aber auch in diesem Jahr alles abgesagt wird, dann werden wir definitiv auf Fördergelder und anderweitige Hilfe angewiesen sein.“

Angst davor, dass die Show- und Marchingband möglicherweise an der Pandemie zerbrechen könnte, hat Katharina Rode indes nicht. „Wir haben nach wie vor rund 40 aktive Mitglieder und im vergangenen Jahr keinen einzigen Austritt“, sagt sie.

Witzenhäuser „Devils“: Neue Stücke zum Üben

Um die Bandmitglieder bei der Stange zu halten, habe man zwei neue Lieder schreiben lassen, deren Noten die Musiker schon erhalten haben. „Wir hatten eine Umfrage gemacht, welche Lieder die Mitglieder gerne spielen wollen“, so Rode.

Und nicht nur sie freue sich schon jetzt darauf, wenn die Devils die beiden „modernen und flotten“ Stücke erstmals der Öffentlichkeit präsentieren können. „Wir alle hoffen sehr, dass in diesem Jahr die Kirmessen und Stadtfeste wieder stattfinden können“, sagt Katharina Rode.

Witzenhäuser „Devils“: 30-jähriges Bestehen im kommenden Jahr

Neben diesen „altbewährten Auftritten“ würde die Band gerne auch wieder an Meisterschaften teilnehmen. „Die nächsten Deutschen Meisterschaften sind für September in Hameln geplant und darauf wollen wir uns so schnell wie möglich vorbereiten“, hofft Rode nicht nur auf ein baldiges Ende des Lockdowns.

Im kommenden Jahr steht dann das 30-jährige Jubiläum der Devils ins Haus. „Das wollen wir im April oder Mai mit einem großen Fest feiern“, sagt Katharina Rode. Und sie hoffe, dass das für alle genug Motivation sei, um bis dahin auch wirklich am Ball zu bleiben. (Per Schröter)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.