Er gibt seinen Posten nach 15 Jahren ab

„Keiner ist unersetzlich“: Interview mit Stadtbrandinspektor Hans-Heinz Staude

Scheidender Stadtbrandinspektor: Hans-Heinz Staude wird sich nach 15 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl stellen. Sein Nachfolger wird im März gewählt. Foto:  Archiv

Witzenhausen. Stadtbrandinspektor Hans-Heinz Staude wird sich im März nicht erneut zur Wahl aufstellen lassen und gibt seinen Posten damit nach 15 Jahren ab.

Ein Grund dafür sei der immer größer werdende Aufgabenbereich. Mit ihm geht auch sein langjähriger Stellvertreter Lothar Heuckeroth, der aus Altersgründen nicht erneut zur Wahl antreten kann. Wir haben mit Staude gesprochen.

Was hat Sie dazu bewogen, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen? 

Staude: Zum einen ist es die Belastung. Die hat im Verlauf der vergangenen Jahre zugenommen. Insbesondere sind immer mehr Verwaltungstätigkeiten dazugekommen, die in meinen Augen nicht die originären Aufgaben eines Leiters der Feuerwehr sind.

Zum anderen merke ich selbst, dass ich älter geworden bin und die Anforderungen im Beruf und überall immer mehr werden. Das steckt man nicht mehr so weg, wie mit 25 oder 30 Jahren. Gerade, wenn man nachts um halb drei raus muss und am nächsten Morgen wieder voll arbeitet. Das ging in jungen Jahren noch besser. Ich denke aber auch, dass es mal wieder Zeit für frisches Blut ist. Jeder muss mal ausgetauscht und ersetzt werden. Keiner ist unersetzlich.

Was hat sich in Ihrem Aufgabenbereich verändert?

Staude: Im Wesentlichen sind es mehr Verwaltungsaufgaben. Man wird mit vielen Anfragen belastet, gerade zu Statistiken und Personalverwaltung. Ich hatte einfach in früheren Jahren mehr Zeit, um größere Übungen für die Feuerwehr zu organisieren und im Ausbildungsbereich mehr zu tun, als ich es heute habe. Ich habe mir aber selbst auch noch mehr Belastung auferlegt, da ich im Kreisverband als stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender aktiv bin. Diese beiden Positionen sind zusammen sehr viel Arbeit. Und wenn ich es richtig machen will, muss ich mich auf eines der beiden Ämter konzentrieren.

Es wird angedacht, die Stelle Ihres Stellvertreters in Zukunft doppelt zu besetzen. Wie sehen die Aussichten dafür aus?

Staude: Es wurde angeregt, von Seiten der Feuerwehr, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Idee wurde im Haupt- und Finanzausschuss vorgetragen. Ich kann dazu sonst noch nichts sagen. Entscheidend ist die Stadtverordnetenversammlung.

Ab wann wäre die neue Regelung gültig?

Staude: Meine Amtszeit endet nominell am 31. März. Wenn die Stadtverordnetenversammlung zustimmt, werden bereits am 20. März der neue Stadtbrandinspektor und seine zwei Stellvertreter gewählt. Es gibt aber immer eine Karenzzeit von zwei Monaten, in der ich vom Magistrat aus meinem Amt verabschiedet werde. Der offizielle Tag wäre der Tag meiner Verabschiedung und der Ernennung meiner Nachfolgerin oder meines Nachfolgers.

Was sind Ihre schönsten Erinnerungen, was hat am meisten genervt?

Staude: Genervt haben vor allem hirnrissige Anfragen, zum Beispiel von Versicherungen nach Einsätzen. In Erinnerung bleiben gerade die großen Einsätze, wie das Hochwasser oder der Großbrand bei der Firma Plastoreg im Dezember 2002. Da waren wir tagelang im Einsatz. Es war aber ein schönes Gefühl zu sehen, wie wir alle zusammengehalten und an einem Strang gezogen haben. Wenn man Leuten helfen oder sie sogar retten konnte, ist das einfach ein tolles Gefühl.

Gehen Sie mit ein wenig Wehmut oder freuen Sie sich über die zusätzliche Zeit?

Staude: Es ist natürlich etwas Wehmut dabei. Auf der anderen Seite sage ich aber auch: Vielleicht habe ich jetzt mehr Zeit für Dinge, die bisher zu kurz gekommen sind. Gerade für die Familie.

Zur Person: Hans-Heinz Staude

Hans-Heinz Staude (54) ist hauptberuflich Lehrer an den Beruflichen Schulen in Witzenhausen. Seit 2000 bekleidet er das Ehrenamt des Stadtbrandinspektors. Hans-Heinz Staude wurde am 24. Juni geboren, ist verheiratet und hat eine Tochter. In seiner Freizeit engagiert er sich im Erntefestausschuss und wandert gerne, wenn es die Zeit zulässt.

Von Maximilian Bülau 

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