Kesperkirmes ohne Orga-Team: Organisator und Helfer hören auf

Will nicht mehr Chef-Organisator der Kesperkirmes sein: Ulrich Walger (links), der das Traditionsfest viele Jahre lang mit Werner Zeuch (rechts) auf die Beine gestellt hat.

Witzenhausen. Die Kesperkirmes verliert ihren Organisator und viele Helfer.

Nachdem kürzlich die 50. Kirschenkönigin gekrönt wurde, teilten Ulrich Walger und das Wahlabend-Team mit, dass sie sich künftig nicht mehr an der Organisation des Traditionsfestes beteiligen werden.

Er schaffe die Arbeitsbelastung der Kesperkirmes nicht mehr, erklärt Walger. Schon länger habe das Organisationsteam das Problem, dass sich trotz zahlreicher Aufrufe und Treffen zu wenige einbringen. Zwar habe es im Organisationsteam der Kesperkirmes noch nie viele Aktive gegeben, in den vergangenen Jahren haben dazu noch Aktive aufgehört oder sind verstorben. Dazu komme der immer höhere Arbeitsaufwand. Habe es früher nur Wahlabend und Wasserumzug gegeben, so kamen in den vergangenen Jahren zum Beispiel noch das Altstadtfest hinzu.

Ulrich Walger betont, dass er nicht im Streit geht. Er ist gerne bereit, das Bestehende abzuwickeln und für Fragen zur Verfügung zu stehen. Aber: Für das Fest müsse eine neue Struktur geschaffen werden. „Ich sehe es als Chance, dass man sich jetzt Gedanken darüber macht, wie es weitergehen soll.“ Im Optimalfall finden sich jetzt neue Aktive, die sich in die Kesperkirmes einbringen und eine neue Struktur für das Fest finden, sagt Ulrich Walger. Gemeinsam mit dem Wahlabend-Team hat er sein Amt niedergelegt.

Dabei gebe es laut Walger unterschiedliche Gründe, warum sie ihre Ämter abgeben. Bei ihm sei es die Arbeitsbelastung, für die sechs bis sieben Personen des Wahlabend-Teams sei der Schlussstrich nach der Wahl der 50. Kirschenkönigin auch ein Einschnitt, so Walger.

Getragen wird das Fest zu gleichen Teilen vom Verkehrsverein, dessen Vorsitzender Walger ist, und der Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe. Deren Vorsitzender Michael Schäfer bezeichnet die aktuelle Situation als schwierig. Während des anstehenden Erntefestes werden sich einige wohl schon Gedanken machen, wie es mit der Kesperkirmes weitergehen kann, vermutet Schäfer. Das Traditionsfest habe viele Freunde und auch die Kirschenkönigin sei eine Symbolfigur weit über Witzenhausen hinaus. Daher glaube er, dass es weitergehen werde. Allerdings müsse es Veränderungen geben, weil die Akteure die Organisation sonst nicht schaffen. Zu überlegen wäre zum Beispiel, ob die Stadt die Hauptorganisation des Festes übernimmt.

„Erst feiern wir Erntefest, dann werden wir überlegen“, sagt Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer zum Rücktritt von Ulrich Walger und dem Wahlabend-Team. Mit ins Boot geholt werden soll unter anderem Stadtmanagerin Diana Brehm.

Rasch soll das Problem angegangen und überlegt werden, wer angesprochen werden könne und wo sich die Stadt einbringen solle. „Ich finde es für Witzenhausen wichtig, dass wir uns zeitnah Gedanken machen, wie es weitergehen soll“, auch nach 50 Jahren habe zum Beispiel die Symbolfigur der Kirschenkönigin nichts an ihrem Reiz verloren, sagt Fischer. Aber auch, dass immer mehr Arbeit von den Aktiven zu leisten war und die Entwicklung des Festes in den vergangenen Jahren alle belastet habe. Daher gebühre ihnen Respekt, dass sie die Aufgabe so lange übernommen haben, betont die Bürgermeisterin.

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