Ist Plastik unersetzlich?

Kinder erkunden in Witzenhäuser Ferien-Uni Alternativen zu Plastik

Kinder erkunden in Witzenhäuser Ferien-Uni Alternativen zu Plastik – wie zum Beispiel Schilf.
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Kinder erkunden in Witzenhäuser Ferien-Uni Alternativen zu Plastik – wie zum Beispiel Schilf.

Wie kann man die Unmengen von täglich anfallendem Plastikmüll reduzieren? Und kann man wirklich aus Pflanzen Kunststoffe herstellen? Das sind nur zwei von vielen Fragen, mit denen sich gerade die Teilnehmer der Ferien-Kinder-Uni in Witzenhausen beschäftigen.

Witzenhausen – Nachdem die erste Kinder-Uni im März wegen Corona ausfallen musste und die zweite im Sommer ins Gebäude der Volkshochschule verlagert wurde, darf die Veranstaltung jetzt wieder wie gewohnt im Tropengewächshaus stattfinden. „Darüber freuen wir uns sehr, zumal das Thema diesmal direkt mit Pflanzen zu tun hat und wir so in der Lage sind, auch praktische Beispiele zu zeigen“, sagt Bildungsreferentin und Kinder-Uni-Leiterin Ines Fehrmann.

Die nach wie vor geltenden strengen Hygiene- und Abstandsregeln sehen unter anderem vor, dass jeweils nur maximal zehn Kinder an den beiden dreitägigen Kursen teilnehmen dürfen. Sie müssen sowohl bei der Projektarbeit im Kursraum als auch auf den Gängen und im Gewächshaus selbst eine Mund- und Nasenbedeckung tragen und im gesamten Gebäude eine „Einbahnstraßenregelung“ befolgen. „Auch wenn das natürlich hin und wieder ziemlich lästig ist, halten sich die Kinder sehr diszipliniert an die Vorgaben“, lobt Fehrmann. Bei der in Kooperation mit der Universität Kassel als Ausrichterin, dem Witzenhäuser Bündnis für Familie, den Bildungsinitiativen „WeltGarten Witzenhausen“ und „Bildung trifft Entwicklung“ der Regionalen Bildungsstelle Nord sowie dem Verein Kompetenzzentrum Hessen Rohstoffe Witzenhausen veranstalteten Kinder-Uni dreht sich für die acht- bis zwölfjährigen Teilnehmer diesmal alles um das Thema Plastik. In kleinen Experimenten gewinnen sie aus Pflanzen Stärke und stellen daraus Kleber und „Wabbeleier“ her.

Sie gehen der Frage nach, woraus Plastik hergestellt wird und was passiert, wenn es nicht mehr gebraucht wird. Oder ob Plastik unersetzlich oder nur schädlich ist. Außerdem überlegen die Kinder, was sie aus Plastik-Müll machen können und zaubern Stiftehüllen, Portemonnaies, Schubladenboxen und andere Kunstwerke. Schließlich nehmen sie ihren Alltag unter die Lupe und versuchen, ein plastik- und verpackungsfreies, aber nicht weniger leckeres Frühstück anzurichten.

„Ich wusste gar nicht, dass man aus Pflanzenstärke bessere Knete machen kann als die, die man kaufen kann“, sagt Emilia. Die neunjährige Hamburgerin ist gerade zu Besuch bei ihren Großeltern in Witzenhausen und ganz begeistert von der Kinder-Uni. „Das hat mir richtig gut gefallen, weil wir ganz viele spannende Dinge gelernt haben“, sagt sie. „Ich habe zum ersten Mal gesehen, was man alles aus Plastikmüll machen kann“, sagt der achtjährige Ben aus Roßbach.

Und auch Damian (10) aus Ermschwerd freut sich, dabei zu sein. „Diese Kinder-Uni ist super, weil hier immer unheimlich spannende Themen bearbeitet werden.“ Alle drei sind sich einig, dass sie „auf jeden Fall“ nochmal an dem Ferienprogramm teilnehmen würden.

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