1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Witzenhausen

Kinder in Witzenhausen umgefahren: Todesfahrer schweigt

Erstellt:

Von: Peter Kilian

Kommentare

Ein schwarzer VW Polo steht nach einem Unfall vor einer Kindertagesstätte im Ortsteil Gertenbach. Ein Autofahrer geriet aus bislang unbekannter Ursache mit seinem Fahrzeug in eine Gruppe von Kindern.
Ein schwarzer VW Polo steht nach einem Unfall vor einer Kindertagesstätte im Ortsteil Gertenbach. Ein Autofahrer geriet aus bislang unbekannter Ursache mit seinem Fahrzeug in eine Gruppe von Kindern. © Swen Pförtner/dpa

In Witzenhausen-Gertenbach ist ein Auto im vergangenen Jahr in eine Gruppe Kinder gefahren. Ein Mädchen starb. In Kassel hat nun der Prozess gegen den 31-jährigen Beschuldigten begonnen.

Witzenhausen/Kassel – Auf das erwartet große Interesse stieß der Prozessauftakt gegen einen 31-jährigen Mann, dem vorgeworfen wird, mit seinem Auto in Witzenhausen-Gertenbach in eine Gruppe von Schulkindern gefahren zu sein. Ein Mädchen starb dabei, zwei andere wurden schwer verletzt.

Bereits eine gute halbe Stunde vor Beginn der Gerichtsverhandlung im Landgericht Kassel drängten sich Pressevertreter und Zuschauer vor dem Sitzungssaal. Mit hellwachen Augen verfolgte der Beschuldigte die Anklage, die Staatsanwalt Töppel vortrug.

Danach muss sich der Angeklagte unter anderem wegen heimtückischen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

In Gruppe von Kindern in Witzenhausen gefahren: Todesfahrer schweigt vor Gericht

Die Tat ereignete sich vor fast genau einem Jahr in dem Witzenhäuser Ortsteil. Da befuhr der 31-Jährige eine Straße vor der Schule, passierte zunächst eine Gruppe von Kindern auf dem Bürgersteig, um danach sein Auto ruckartig auf den Gehsteig zu lenken und dort zwei achtjährige und ein siebenjähriges Mädchen umzufahren. Der Polo krachte anschließend gegen eine Mauer. Während zwei der Mädchen schwere Verletzungen davontrugen, starb eine Achtjährige an einem Schädelhirntrauma.

Laut der Anklagebehörde leidet der Fahrer an einer Manie und wird als gemeingefährlich für die Allgemeinheit eingestuft. Daher sagte Staatsanwalt Töppel, dass die Einweisung in eine psychiatrische Klinik nötig sei. Der Beschuldigte äußerte sich zu diesen Vorwürfen nicht.

Schulkinder in Witzenhausen umgefahren: Polizeibeamte sprechen von aggressivem Verhalten

Zehn Zeugen waren am ersten Verhandlungstag geladen. Zunächst befragte der Vorsitzende Richter Dreyer Polizeibeamte der Station Witzenhausen, die als erste am Unglücksort eintrafen. Dabei gab es unterschiedliche Wahrnehmungen der Einsatzkräfte, was das Verhalten des Unfallfahrers anbelangte. Während ein Beamter aussagte, der 31-Jährige habe sich kooperativ gezeigt und gesagt, er wisse nicht, was passiert sei, erklärte ein zweiter Zeuge, der Beschuldigte habe auf sein Befragen aggressiv reagiert.

Gleichfalls von einem aggressiven Verhalten des Angeklagten sprach ein dritter Polizeibeamter, der den 31-Jährigen im Eschweger Krankenhaus bewachte, nachdem er dorthin gebracht worden war. Als ihm ein Katheter gezogen worden sei, habe er getobt und um sich gespuckt. Erst nachdem ihm ein Arzt etwas zur Beruhigung gegeben habe, sei er friedlicher geworden. (Peter Kilian)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion