Landfrauen und Naturschutzbund organisieren Entdeckertour zum Wilhelmshäuser Bach

Kinder in Roßbach lernen Wasserlebewesen kennen

Nachdem die Kinder ihre Fänge in die flache Schale am Beobachtungstisch geschüttet haben, zeigte Biologe Werner Haaß (Dritter von rechts) den Kindern die unterschiedlichen Kleinlebewesen im Bach.
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Erkundeten Bachlebewesen: Nachdem die Kinder ihre Fänge in die flache Schale am Beobachtungstisch geschüttet haben, zeigte Biologe Werner Haaß den Kindern die unterschiedlichen Kleinlebewesen im Bach.

Was lebt alles in einem Bach? Zwölf Kinder und ebenso viele Erwachsene wollten es etwas genauer wissen und gingen mit dem Roßbacher Landfrauenverein und dem Naturschutzbund (Nabu) am Samstagnachmittag auf Entdeckertour am Wilhelmshäuser Bach zwischen Roßbach und Ellingerode. Dort hatte der Vorsitzende des Roßbacher Nabu-Ortsgruppe, Werner Haaß, an einer gut zugänglichen Stelle des Baches eine Entdeckerstation aufgebaut.

Roßbach – Anhand von Fotos erläuterte der Biologe den Kindern und Erwachsenen zunächst das Verhalten und die Ernährung der großen Bachbewohner wie Neunauge, Groppe und Bachforelle.

„Diese scheuen Tiere werden wir allerdings heute nicht sehen, aber es gibt viele andere Kleinlebewesen, die hier im Wilhelmshäuser Bach leben und die wir heute entdecken werden“, erklärte Haaß. Insgesamt leben in dem Anfang der 1990er-Jahre renaturierten Bach etwa 350 Kleinlebewesen auf einem Quadratmeter.

Ausgerüstet mit Stiefeln, Kescher, Sieb und Eimer gingen die Kinder mit dem Biologen in das Bachbett, wirbelten mit einer Harke etwas den Boden auf und fischten mit ihren Keschern und Eimerchen im nunmehr trüben Wasser. Den „Fang“ kippten sie dann in eine vorbereitete flache Schale auf dem Beobachtungstisch am Wegesrand. Nach einer Weile konnte der Biologe den Kindern und Erwachsenen zahlreiche Bachflohkrebse sowie die Larven der Stein-, Eintags- und Köcherfliege zeigen.

Mit einer Pinzette nahm er sogar das eine oder andere Exemplar aus dem flachen Wasser und zeigte die gut sichtbaren Kiemen der Eintagsfliegen-Larven am Ende des Rumpfes. „Sie lebt ein bis zwei Jahre im Bach, ehe sie als Fliege zur Fortpflanzung für ein bis zwei Tage an Land geht und dann verstirbt“, erklärte Haaß.

Interessant waren für die Kinder auch die Köcherfliegenlarven, die sich aus dem Sand des Baches oder kleinen Hölzchen einen Köcher bauen und sich dann aus Schutz vor Fressfeinden darin zurückziehen. „Auch wenn die Hose jetzt ein bisschen nass ist, hat uns das Fischen mit dem Kescher am besten gefallen“, sagten Julius, Emil und Paul. Sie zog es mit ihren Kescher immer wieder zum Fischen ins Wasser.

Nach der lehrreichen und spannenden Exkursion gab es zum Schluss zur Belohnung Kinderpunsch, Kaffee und von den Landfrauen gebackenen Kuchen. (znb)

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