Dem Zucker auf der Spur

Kinder lernten viel in Witzenhausens Uni

+
Neugierige Blicke: Bei der Kinder-Ferien-Uni 2018 im Tropengewächshaus Witzenhausen erklärt Agrarstudent Jan Simon (Mitte), woraus eine Zuckerrohrpflanze besteht. Später durften die Kinder das süße Gewächs auch noch probieren.

Witzenhausen. Eine Schar aufgeregter Kinder versammelt sich fröhlich schnatternd um ein Beet im Tropengewächshaus der Uni Witzenhausen. Es sind angenehme 16 Grad Celsius. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt das Gewächshaus noch wärmer wirken. Dann stellt Ines Fehrmann (51), freiberufliche Bildungsreferentin und Leiterin der Forschungswerkstatt „Süßes oder Saures?“ der Kinder-Ferien-Uni 2018, eine Frage: „Welche Pflanze suchen wir?“

Die Kinder, zwischen acht und zwölf Jahren, hören aufmerksam zu und recken sogleich ihre Hände in die Luft. Und das Geschnatter setzt wieder ein. Denn alle 20 Kinder wissen, welche die gesuchte Zuckerrohrpflanze im Beet ist. Als Nächstes sollen die Kinder überlegen, in welchem Teil der Pflanze der Zucker steckt. Zu Anschauungs- und Forschungszwecken wird ein Zuckerrohr abgeschnitten und mit in den Arbeitsraum genommen.

Die Kinder-Ferien-Uni, eine Kooperation der Universität Kassel mit der Regionalen Bildungsstelle Nord, der Bildungsinitiative Weltgarten Witzenhausen und dem lokalen Bündnis für Familie, beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Thema „Forscherwerkstatt: Süßes oder Saures?“. Während in den Osterferien süße Stoffe in Form von Zucker untersucht wurden, sollen sich die Kinder in den Herbstferien dem Gegenstück, den sauren Stoffen, widmen.

Jetzt geht es aber erstmal um Süßes. Zusammen mit Jan Simon (27), Bachelorstudent der ökologischen Agrarwissenschaften an der Uni in Witzenhausen, untersuchen die Kinder die Zuckerrohrpflanze ganz genau. Sie wird beschrieben, mit Hilfe eines Zollstocks ausgemessen und die langen scharfen Blätter für die weiteren Forschungsschritte sicherheitshalber entfernt. Das Zuckerrohr wird zerstückelt, geschält und an die jungen Forscher verteilt. Und erneut kommt der Forschergeist der Kinder zum Einsatz. Diesmal dürfen sie den Zucker erschmecken. Die faserige Pflanze sondert beim Kauen einen süßen Saft ab. Über Mikroskope auf den Arbeitsplatten schauen sich die Kinder die Struktur der einzelnen Pflanzenteile an.

Globalisierung verstehen

Hinter der Forschungswerkstatt steht das Konzept des globalen Lernens, sagt Fehrmann. Dabei soll Globalisierung für die Kinder greifbar und in ihrem Umfeld erlebbar gemacht werden. Dafür haben die jungen Forscher von Montag bis Mittwoch die verschiedenen Bereiche von Süßem beleuchtet. Vom Ursprung – wo kommt Zucker her? – über den Einfluss – was macht Zucker mit uns? – bis hin zur Einbettung in die eigene Welt – in welchen Lebensmitteln steckt Zucker? – dreht sich alles um Zucker.

Während der dreitägigen Forschungswerkstatt wurde den Kindern ein buntes Programm geboten. Unter anderem experimentierten sie mit Natron und Traubenzucker, machten Exkursionen in den Weltladen, erkundeten auf einer Weltkarte die Herkunftsländer verschiedener Süßigkeiten, untersuchten den Schokoladenosterhasen und klärten, warum Obst und Gemüse als gesund und Süßigkeiten als ungesund gelten.

Von Hanna Maiterth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.