Albshausen und Neuseesen an der Spitze

Kirchenvorstandswahlen im Kreis Witzenhausen: Kleine Orte mit höchster Wahlbeteiligung

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Auch sie bekommt einen neuen Kirchenvorstand: Die Liebfrauenkirche von Witz enhausen – hier vom Diebesturm aus gesehen.

Bei der letzten Kirchenvorstandswahl vor der Fusion kann sich der Kirchenkreis Witzenhausen über eine überdurchschnittliche Wahlbeteiligung freuen.

Wie Dekanin Ulrike Laakmann mitteilt, haben 27,91 Prozent aller 22 764 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben – der Landesdurchschnitt lag bei der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) bei 24,1 Prozent. Beim Witzenhäuser Fusions-Partner, dem Kirchenkreis Eschwege, gingen laut Dekan Dr. Martin Arnold 29,42 Prozent zur Wahl.

Bei der Wahlbeteiligung liegen die Landgemeinden vorne, sagt die Wahlbeauftragte der Landeskirche, Ulrike Joachimi. „Mit Neuseesen (92,11 Prozent) und Albshausen (87,10 Prozent) stellen wir im Kirchenkreis sogar die Spitzenreiter im landeskirchlichen Ranking der Wahlbeteiligung!“ freut sich Laakmann. Allerdings gab es dort auch nur 31 (Albshausen) und 38 (Neuseesen) Wahlberechtigte, sodass die Spitzenwerte bereits mit wenigen Kreuzchen erreicht waren.

Gut angenommen wurde das Angebot, im Internet abzustimmen. Von der Onlinewahl hatten bis zum 16. September EKKW-weit bereits 72 906 der insgesamt 169 527 Wähler Gebrauch gemacht, teilte Joachimi mit. Das entspricht rund 43 Prozent der Wähler. Im Kirchenkreis Witzenhausen lag die Quote etwas niedriger: Hier hatten von insgesamt 6354 Wählern fast ein Drittel bereits online gewählt, so Laakmann.

Die Wahlbeteiligung sei seit der letzten Wahl in 2013 etwas zurückgegangen. Laakmann: „In Zeiten von so vielen Umbrüchen, Reformprozess und anderen Herausforderungen ist das nicht unerwartet, und wir können in unserem Kirchenkreis insgesamt zufrieden sein.“ Allerdings, räumt die Dekanin ein, hätte sie gerade angesichts der anstehenden Fusion auf eine höhere Wahlbeteiligung gehofft. Das Wahlergebnis sei ein Hinweis darauf, dass die Evangelische Kirche in der Region schwächer werde, warnt Arnold. Es müssten sich mehr Personen engagieren. „Viele denken: ‘Die machen das schon, auf mich kommt es nicht an’. Aber das ist ein Trugschluss.

Der neue Kirchenvorstand leitet für die nächsten sechs Jahre mit den Pfarrern die Kirchengemeinde. Die Namen der Gewählten wurden am Sonntag im Gottesdienst bekannt gegeben. Zusätzlich kann der neue Kirchenvorstand bis zu drei Mitglieder aus der Gemeinde berufen. „Das geschieht in diesen Wochen“, kündigt Laakmann an. „Ab 13. Oktober werden wir alte und neue Kirchenvorstände in besonderen Gottesdiensten verabschieden und einführen.“ Erst dann will sie auch alle Namen gemeinsam veröffentlichen.

Gewählt wurde hessenweit in 684 Kirchengemeinden. In 13 Gemeinden musste die Wahl mangels Kandidaten abgesagt werden, einige Gemeinden bereiten Nachwahlen für November vor – darunter Hubenrode und Küchen (Kirchspiel Walburg, aber Kirchenkreis Eschwege). 

So wurde votiert

Die Top-3 bei der Wahlbeteiligung waren Neuseesen (92,11 Prozent, 38 Wahlberechtigte (WB)), Albshausen (87,10 %, 31 WB) und Berge (64,94 %, 77 WB). Schlusslichter sind die großen Gemeinden Bad Sooden (17,98 %, 929 WB), Hessisch Lichtenau (17,67 %, 3158 WB) und Witzenhausen (16,83 %, 2965 WB).

Auf kommunaler Ebene ist im Stadtgebiet von Witzenhausen die Wahlbeteiligung mit im Schnitt 43,81 Prozent am höchsten gewesen. Es folgen: Neu-Eichenberg (41,89%), Hessisch Lichtenau (39,57%), Bad Sooden-Allendorf (34,81%) und Großalmerode (32,75%).

Bei den Gemeinden mit mehr als 1000 Wahlberechtigten gingen die meisten in Fürstenhagen (29,42 Prozent) zur Wahl, gefolgt von Allendorf (24,06%), wo laut Pfarrer Hubertus Spill 19 Kandidaten um neun Plätze wetteiferten.

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