Kirschen gibt es in Witzenhausen erstmals zum Selbsternten

Da sind die ersten Kirschen: Gartenbauberater Eberhard Walther zeigt auf der Kirschenversuchsanlage des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen bei Wendershausen Früchte der frühen Sorten.
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Da sind die ersten Kirschen: Gartenbauberater Eberhard Walther zeigt auf der Kirschenversuchsanlage des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen bei Wendershausen Früchte der frühen Sorten.

Erdbeerfelder, auf denen man selbst pflücken darf, gibt es im Werratal schon seit mehr als 25 Jahren. Dass das Konzept auf Kirschplantagen ausgeweitet wird, ist neu – und wird nun erstmals bei Wendershausen getestet.

Genauer: auf der Kirschenversuchsanlage des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) oberhalb von Wendershausen. Das kündigt Obstbauberater Eberhard Walther an.

Den Anstoß habe der Kirschenwanderweg gegeben, der seit zwei Jahren über die Plantage führt, sagt Walther. „Es ist verblüffend, wie viele Menschen kommen.“ Teilweise seien mehr als hundert Menschen pro Tag im Versuchsbetrieb gewesen und hätten auf Abstandsregelungen hingewiesen werden müssen. Sogar Menschen aus Großstädten wie Frankfurt und Hannover seien gekommen, um sich den Süßkirschenanbau anzusehen. Schön sei, dass unter den Gästen auch viele junge Familien und Kinder gewesen seien, die so leicht lernen können, wo ihre Lebensmittel produziert werden.

Viele Besucher hätten gefragt, ob man die Kirschen auch selbst pflücken dürfe, so Walther: „Das probieren wir jetzt mal aus.“ Geplant sei, dass die Besucher ab dem 19. Juni jeweils freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags zwischen 9 bis 12 Uhr an ihnen eigens zugewiesenen Bäumen die roten Früchte ernten dürfen – ausgenommen sind Regentage. Die Preise für das gepflückte Kilo Kirschen werden vor Ort bekannt begeben – sie seien selbstverständlich günstiger als am Verkaufsstand. Die Besucher werden gebeten, eigene Behältnisse für die Kirschen mitzubringen. Die Zufahrt mit dem Auto ist möglich und ab der Revierförsterei Am Salzbach ausgeschildert. Anmelden muss man sich nicht, sagt Walther. Allerdings müssen die Gäste wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ihre Kontaktdaten in eine Liste eintragen und die örtlichen Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Möglichkeiten zum Händewaschen und zur Desinfektion seien gegeben.

Armin KindervatterObstbauer aus Witzenhausen

In anderen Obstbauregionen, etwa in Süddeutschland oder im Alten Land bei Hamburg, sei die Selbsternte auch bei Kirschen schon deutlich verbreiteter, sagt Walther. Prinzipiell könnten das auch andere Obstbauern aus dem Werratal anbieten, vor allem, da ohnehin vorwiegend niedrige Kirschbäume gepflanzt werden, an denen man ohne Leiter pflücken kann.

Auf dem Hof von Armin Kindervatter bei Witzenhausen wird es zunächst keine Selbstpflück-Plantagen geben. „Mit Erdbeeren funktioniert das, mit Kirschen eher nicht“, sagt er – weil er fürchtet, dass sich die Besucher nicht nur von den zugewiesenen Bäumen, sondern auf der ganzen Plantage die schönsten Kirschen rauspicken – die brauche er für den Direktverkauf. Eine Option sei indes, gegen Ende der Saison Kirschbäume freizugeben, nachdem die Erntehelfer in dem Bereich die Kirschen für die Vermarktung gepflückt hätten. Die übrigen Früchte eigneten sich immer noch, um Marmelade oder Hochprozentiges daraus herzustellen.

Wie die Kirschernte in diesem Jahr insgesamt ausgefallen ist, lesen Sie in unserer gedruckten Samstagsausgabe.

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