Kostenlose Kurse für Frauen in der Wing-Tsun-Schule

Kleine, aber wirkungsvolle Tricks zur Selbstverteidigung gibt's in Witzenhausen

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Kleine Tricks: Mario Beinhorn zeigt den Teilnehmerinnen seiner kostenlosen Selbstverteidigungskursus – hier der Witzenhäuserin Claudia Schröder, wie sich Frauen in Notfallsituationen effektiv wehren können. 

Witzenhausen. Mario Beinhorn schult in seiner Wing-Tsun-Schule in Witzenhausen Frauen in kostenlosen Kursen, sich in einer Notfallsituation zu schützen.

Das Interesse ist riesig. Kaum hatte Mario Beinhorn sein Angebot, ein kostenloser Selbstverteidigungskurs für Frauen, im sozialen Netzwerk Facebook gepostet, war der Kurs auch schon voll. Also entschied sich der Betreiber der Wing-Tsun Schule Witzenhausen, einen zweiten Kurs anzubieten. Auch diese Plätze waren innerhalb kürzester Zeit vergeben.

Mittlerweile gibt es fünf Kurse, zwei freitags und drei am Samstag und noch weitere Interessentinnen haben sich bei Mario Beinhorn gemeldet. Vorerst aber soll es bei den fünf Kursen bleiben, denn jeden dieser drei Monate dauernden Kurse geben Mario und seine Trainer Samettin Gülgör und Bernd Rautenstrauch in ihrer Freizeit. „Ich musste meinen Bürotag canceln“, sagt Beinhorn lachend.

Dass er mit seinem Angebot einen Nerv getroffen hat, freut den Wing-Tsun-Lehrer. „Ich bin mit meiner Schule seit zehn Jahren am Standort Witzenhausen und fühle mich hier sehr gut aufgenommen. Ich freue mich, dass ich endlich etwas zurückgeben kann“, sagt Beinhorn.

An einem Freitagabend startete sein erster Kurs. Über 20 Frauen waren gekommen, um die ersten Schritte der Selbstverteidigung zu lernen. Mario Beinhorns erster Rat: „In einer Notfallsituation lautstark auf sich aufmerksam machen und sich wehren mit allen Mitteln. Je mehr Gegenwehr, desto größer die Chance darauf, dass ein Täter sein Vorhaben abbricht“, erklärt der Wing-Tsun-Lehrer. Er weiß: „Täter suchen Opfer, und sobald ein Täter auf Gegenwehr trifft, fühlt er sich in seiner Planung der Tat gestört“. Um sich wehren zu können, bedarf es allerdings Selbstbewusstsein. Und dieses aufzubauen, dabei hilft er mit seinem Team den Kursteilnehmerinnen.

Beinhorn vermittelt den Frauen Grundkenntnisse und zeigt kleine, aber wirkungsvolle Tricks, wie man sich auch gegen einen größeren und stärkeren Gegner erfolgreich wehren kann.

Den Umgang mit Pfefferspray sieht er zweigeteilt, auch wenn die Verkaufszahlen stark gestiegen sind: „In der Handtasche vergraben bringt es wenig.“ Und auch wenn es in der Jacke getragen wird, sei es nur eine Ergänzung zur Fähigkeit der körperlichen Selbstverteidigung. „Die besitzt natürlich Priorität“, sagt Beinhorn.

Auf die Idee des kostenlosen Selbstverteidigungskurses kam Beinhorn, nachdem vor einigen Wochen eine junge Frau in Witzenhausen brutal überfallen und ausgeraubt wurde. Über Facebook suchte Mario Beinhorn nach ihr, um ihr kostenloses Training in seiner Schule anzubieten. Die Resonanz auf seinen Aufruf war so groß, dass ihm sofort klar wurde, dass noch mehr Frauen Bedarf an Selbstverteidigungstraining haben. Beinhorn: „Mit meinem Kurs geht es mir nicht darum, Angst zu schüren, sondern das Selbstbewusstsein zu stärken.“

Von Wiebke Huck

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