Kleine Fliege bedroht Kirschen im Werra-Meißner-Kreis

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Regelmäßige Kontrolle: Magdalena Poloczek hat in diesem Jahr die Beobachtung der Kirschessigfliegen im Anbaugebiet Werratal übernommen. Sie zählt dann, wie viele dieser Schädlinge von dem Apfelessig-Wein-Gemisch angelockt wurden.

Witzenhausen. Nicht nur Frost, Hagel und Pilze sind keine Freunde der Kirschenanbauer im Werratal. Seit 2014 treibt auch die Kirschessigfliege den Obsterzeugern Schweißperlen auf die Stirn.

Denn der kleine Schädling, der erst vor wenigen Jahren aus Fernost nach Nordamerika und Europa kam, liebt reifende Früchte und ist nur schwer zu vertreiben beziehungsweise unschädlich zu machen. Und er vermehrt sich schnell.

Doch der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) sieht dem Treiben der Fliege nicht tatenlos zu. Mit einem Spezialprojekt soll der Kirschessigfliege nach Möglichkeit der Garaus gemacht werden.

Nur wie das gehen könnte, muss aber eben noch erforscht werden. Deshalb wird Obstbauexperte Walter Eberhard vom LLH, der angesichts der beginnenden Kirschblüte derzeit bald täglich im Werratal unterwegs ist, jetzt hin und wieder von Magdalena Poloczek begleitet. Die Wissenschaftlerin, die Gartenbau studiert hat, kontrolliert in diesem Jahr zunächst die an 13 Standorten in Kirschbeständen rund um Witzenhausen aufgehängten Fliegenfallen. Konkret zählt sie aus, wie viele der Insekten dem Lockmittel - ein Apfelessig-Wein-Gemisch - in den Flaschen erlegen sind.

Die Ergebnisse der systematischen Erfassung und Auswertung dienen auch gleich den Obstbauern. Sie sollen im Internet eine Karte vorfinden, auf der per Ampel-System angezeigt wird, wo und wie stark welches Gebiet gerade von der Fliege befallen ist. Und nicht nur auf Süßkirschen hat es das Insekt abgesehen, es liebt auch reifende Erdbeeren, Himbeeren, Pflaumen und anderes Weichobst zur Eiablage, weiß Magdalena Poloczek. Sie versucht, anhand der Daten auch Strategien zum Bekämpfen des Insekts abzuleiten. Es gebe bereits Versuche, sagt die Wissenschaftlerin, die Fliegen mit engmaschigen Netzen von den Plantagen auszusperren.

Wie man die Fliege noch kleinkriegen will, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeinen.

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