FWG, AfW und Linke fordern Alternativen für B 451

Viel Verkehr in Witzenhausen: Kleine Fraktionen schreiben Ministerium

Die Werrabrücke in Witzenhausen.
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Hier dürfen nur noch kleine Lastwagen fahren: Die historische Werrabrücke in Witzenhausen. Sie ist marode und soll durch einen Neubau zwischen Wohnmobilplatz und Basketballplatz ersetzt werden.

Obwohl das Stadtparlament dagegen war, ist jetzt doch eine Resolution zur Witzenhäuser Verkehrsproblematik unterwegs ins Bundesverkehrsministerium.

Witzenhausen – Die Fraktionen der Freien Wähler (FWG), der Alternativen für Witzenhausen (AfW) und die Vertreterin der Linken haben sich über einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hinweggesetzt und gemeinsam mit der Bürgerinitiative (BI) „Sinnvolle Verkehrsplanung in Witzenhausen“ nun doch eine Resolution zur Verkehrssituation an das Bundesverkehrsministerium geschickt. Wie FWG-Fraktionschefin Beate Oetzel sagt, „haben die Witzenhäuser eine Antwort von oberster Stelle verdient.“

In der Resolution schildern die Unterzeichner zunächst die Lage: Dass die marode Werrabrücke dringend ersetzt werden muss, ein Neubau geplant ist und durch diese angedachte Entlastung der schwierigen Verkehrssituation viel mehr Schwerverkehr in die Stadt geholt werden würde. „Witzenhausen hat durch seine Tallage, den Mangel an Alternativen für Verkehrsführungen des B-451-Verlaufs und im Begegnungsverkehr auf engen Straßen besondere Bedingungen, die die Brückenersatzplanung allein nicht lösen kann, sondern die in der Gesamtschau erst deutlich werden.“

Die Unterzeichner schlagen zur Abhilfe entweder eine Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge auf zwölf Tonnen für die neue Brücke oder eine Ortsumgehung durch die Wendershäuser Aue vor. Diese ist zwar im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen, die Aufnahme einer konkreten Planung vor 2030 wäre aber extrem unwahrscheinlich, weil das Projekt nur als „weiterer Bedarf“ eingeplant ist (HNA berichtete). FWG, AfW, Linke und BI fordern vom Ministerium, eine „Lösung zu erarbeiten, die den Menschen eher gerecht wird als es die bisherige Planung ermöglicht“. Dabei verweisen sie darauf, dass die B 451 zur Ausweichstrecke für den Verkehr bei Vollsperrungen der A 7 und der A 44 wird.

Im Juni hatte die Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit den FWG-Antrag auf eine solche Resolution abgelehnt, die großen Fraktionen hatten der FWG Populismus vorgeworfen. SPD, Grüne und CDU begründeten ihren Widerstand damit, dass durch eine solche Resolution den Bürgern fälschlicherweise suggeriert würde, es gebe eine realistische Chance, die Lastwagen aus der Stadt zu halten. Die Planungshoheit für die Bundesstraße liegt beim Bund, die Stadt hat keine echte Handhabe, Änderungen der Planungen zu erzwingen.

Laut Oetzel wurde die Resolution der kleinen Fraktionen Mitte August abgeschickt, eine Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium läge bis jetzt noch nicht vor.  (von Friederike Steensen)

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