Ertragseinbußen von bis zu 20 Prozent erwartet

Kleinere Kirschen: Trockenheit setzt dem Obst zu

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Rot, rund und sehr aromatisch, aber kleiner: Die Ernte der Süßkirschen wird in diesem Jahr von der anhaltenden Trockenheit geprägt.

Witzenhausen. Die Trockenheit hat auch auf die Kirschenplantagen im Werraland Auswirkungen. Die sporadischen Schauer der vergangenen Tage haben daran nichts geändert.

In Wendershausen beispielsweise habe es nicht einmal zwei Millimeter Niederschlag gegeben, „Das hat nichts gebracht“, sagt Kirschenexperte Eberhard Walther vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Und die seit April anhaltende Trockenheit hat in der Landwirtschaft allgemein, für die Obstanbauer aber im Speziellen Folgen: Die ersten Süßkirschen werden zwar bereits geerntet, doch mit der Fruchtgröße sind sie nicht zufrieden. Durch den fehlenden Regen fallen die Kirschen in diesem Jahr kleiner aus als sonst.

Die üblichen Niederschlagsmengen von 50 bis 60 Liter pro Quadratmeter im Mai sind fast vollständig ausgeblieben, erläuterte Walther. Die Böden seien weitgehend ausgetrocknet und gäben kaum noch Wasser ab. Nun benötigten die Bäume dringend Wasser, damit die heranreifenden Früchte noch wachsen können und eine gute Vermarktungsqualität erreichen. Zum Glück bremse die kühle Witterung derzeit eine schnellere Entwicklung.

Dennoch sind nach Einschätzung Walthers für die Kirschenanbauer Ertragseinbußen schon eingetreten. Durch die Trockenheit seien viele Früchte vorzeitig abgefallen. Eine Größenordnung kann er aber noch nicht sagen.

Für nächstes Jahr sagt der Experte schon jetzt einen Minderertrag von 15 bis 20 Prozent voraus, ebenfalls als Folge der Trockenheit. Dadurch sei es nämlich in den vergangenen Wochen zu einer geringeren Ausbildung von Blütenknospen gekommen.

Bis zum Beginn der Haupternte schon in drei bis vier Tagen sollte es noch mindestens zehn bis 15 Millimeter regnen, damit der Boden das Wasser aufnehmen kann. Danach allerdings benötigten die Kirschenbauern trockenes Erntewetter, damit die Früchte nicht platzen.

Den guten Geschmack der Witzenhäuser Kirschen hat die extreme Trockenheit aber nicht beeinträchtigt, betont Walther, im Gegenteil. Das Aroma sei gerade bei kleineren Früchten „sehr gut“.

Noch in anderer Hinsicht droht den Kirschenanbauern Ungemach: Ein Insekt, das seit drei Jahren in Hessen auftritt, könne große Schäden an Früchten mit hohen Ernteverlusten verursachen, sagt Walther: die Kirschessigfliege. Die aus Asien stammende Fliege sei schnell heimisch geworden und habe sich ausgebreitet. Das Insekt legt seine Eier in reife Früchte verschiedener Obstarten.

Bisher seien in diesem Jahr noch keine Fliegen im Werraland gefangen worden, im Süden Hessens sehe das anders aus. Vorbeugend werden im gesamten Anbaugebiet Köderfallen ausgebracht. (sff)

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