Klimaschutz-Teilkonzept soll Verkehrsfluss in der Altstadt verbessern

50 Jahre später: Wieder einmal ist die Walburger Straße Baustelle, Maschinen beherrschen das Bild. Das Rathaus beherbergt nach wie vor die Stadtverwaltung, das Gebäude dahinter aber ist mittlerweile das Domizil der HNA. Repro und Foto: Forbert

Witzenhausen. Seit 2013 liegt ein Klimaschutzkonzept mit dem Schwerpunkt „klimafreundlicher Verkehr" in Witzenhausen vor - umgesetzt wurde es bisher nicht. Das soll sich nun ändern.

Die Stadtverordneten beauftragten Verwaltung und Magistrat am Dienstag damit, endlich Taten folgen zu lassen und den Bauausschuss über die Fortschritte zu informieren.

Der Antrag zum Klimaschutz als PDF

Gestartet wurde die Initiative von der rot-grünen Koalition. Wie Grünen-Fraktionschefin Dr. Rita Weber-Wied betonte, soll durch die Umsetzung des 80-seitigen Berichts nicht nur etwas für den Klimaschutz getan werden. Auch eine bessere Gestaltung der Verkehrswege, eine Stärkung des Tourismus und eine Aufwertung der Innenstadt sind angestrebt. „Wir wollen für mehr Lebensqualität sorgen“, so Weber-Wied.

Dabei sollen vor allem drei Aspekte umgesetzt werden: 

• Fahrradfahrergerechte Innenstadt: Rot-Grün schlägt eine Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer vor, fordert mehr Abstellmöglichkeiten für Räder und Tempo 30 in der Mühlstraße.

• Verkehrsberuhigung der Altstadt: In der gesamten Altstadt samt Walburger Straße soll Tempo 30 gelten. Zudem soll ein Shared-Space-Konzept erarbeitet werden, bei dem Rechts-vor-Links für alle gilt, egal ob man zu Fuß, mit dem Rad oder Auto unterwegs ist.

• Anbindung der Stadtteile und Touristen: Der Weg zur Altstadt soll für Radtouristen besser ausgeschildert werden, zudem sollen Radwege entlang der Landstraßen nach Werleshausen, Wendershausen/Burg Ludwigstein, Dohrenbach/Roßbach und Kleinalmerode beantragt werden.

Diskussionen zu erwarten 

Wie sich die Bilder gleichen: Im Juli 1965 war die Walburger Straße wegen Arbeiten am Kanal aufgerissen worden. Die Aufnahme in den Werra-Nachrichten zeigt rechts das Rathaus. Im Gebäude dahinter residierte damals die Volksbank.

Die Umsetzung wird viele Debatten nach sich ziehen - das wurde schon bei der lebhaften Diskussion zum Thema im Bauausschuss in der Vorwoche deutlich. Denn für die CDU ist der Antrag alter Wein in neuen Schläuchen. „Alle Jahre wieder“, sagte etwa Jörg Losemann (CDU) jetzt. Vieles hätte die bunte Koalition (CDU, Grüne, FWG) schon vor Jahren gefordert, nichts sei umgesetzt worden. Neben einer kompletten Freigabe der Steinstraße für Radfahrer und Tempo 30 sei vor allem eine Freigabe des Marktplatzes mit der CDU nicht zu machen, so Losemann. „Da kommt es fast täglich zu Kollisionen von Radfahrern und Fußgängern.“ Hans Hild (SPD) bestritt das: „Radfahrer können auch auf Fußgänger aufpassen.“

Auch Bürgermeisterin Angela Fischer hält nichts vom Radeln auf dem Marktplatz. Sie hatte bereits im Bauausschuss darauf hingewiesen, dass eine Einführung von Tempo 30 wie auch der Verkehr in der Fußgängerzone Sache der Ortspolizei sei, also in ihrer Verantwortung liege. „Ich werde das mit meinen Experten prüfen“, sagt Fischer, die ein Ausdehnen des Schilderwalds ablehnt.

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