Geriatrie-Station

An Heiligabend in die Nachtschicht - Dienst im Klinikum Witzenhausen

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Nachtschicht an Weihnachten: Luisa Faesecke (rechts) arbeitet an den Feiertagen jede Nacht im Klinikum in Witzenhausen. Fotini Schwarz ist die Abteilungsleiterin.

Witzenhausen. Während die Familie gemeinsam am Tisch neben dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum sitzt und isst, ist ein Platz dieses Jahr leer.

Luisa Faesecke fehlt im Kreise ihrer Liebsten. Denn die 23-Jährige hat in der Weihnachtswoche Nachtschicht im Klinikum in Witzenhausen.

Luisa arbeitet auf der Geriatrie-Station im vierten Stock. „Von Heiligabend habe ich dieses Jahr leider nichts.“ Ihr Dienst dauert von 20 Uhr bis 6.30 Uhr. „Ich komme am Heiligabend morgens vom Dienst, schlafe und abends muss ich wieder ins Krankenhaus.“ Ihre Familie wohnt im Eichsfeld, deshalb lohne es sich nicht, am Nachmittag vor der nächsten Schicht kurz hinzufahren.

Während der Feiertage liegen rund 30 Patienten auf der Station. „Bei einigen merkt man, dass sie sehr traurig sind“, erzählt die Stationsleiterin Fotini Schwarz. „Unsere Patienten sind überwiegend älter, da kommen die Töchter und Söhne zu Weihnachten. Da würden sie sehr gerne dabei sein.“ Einige würden trotz oder gerade wegen der Feiertage Besuch von Verwandten erhalten, bei anderen schaue während der Weihnachtstage gar niemand vorbei. „Manche sitzen ganz alleine hier, weil niemand Zeit hat, sie zu besuchen“, sagt Luisa Faesecke.

Damit sich die Patienten während der Weihnachtstage wenigstens ein bisschen wie zu Hause fühlen, stehen auf dem Speiseplan ganz besondere Gerichte: An Heiligabend gibt es ganz traditionell Würstchen mit Kartoffelsalat, am ersten und zweiten Feiertag werden Ente und Schweinelendchen aufgetischt. Für besinnliche Stimmung sorgen zwei Geigerinnen, die Weihnachtslieder spielen. „So etwas hebt die Stimmung enorm. Das gefällt den Patienten“, weiß Luisa. Ihre Wohnung in Witzenhausen hat Luisa extra weihnachtlich geschmückt. „Ich versuche dann alleine ein bisschen zu feiern. Von meinen Freunden ist ja auch keiner da. Die sind alle bei ihren Familien.“

Luisa freut sich auf den zweiten Weihnachtsfeiertag. Denn wenn sie dann um 6.30 Uhr aus der Nachtschicht kommt, hat sie erst mal frei. „Dann fahre ich endlich nach Hause.“ (cha)

Diese und weitere Geschichten über Menschen, die an den Feiertagen arbeiten müssen, lesen Sie in der gedruckten Weihnachtausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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